Sonntag, 17. Mai 2015

CLAN - Schwarzhumorige belgische Krimi-Serie (ZDFneo)

© ZDF und Sofie Silbermann
TV-Tipp / TV-Kritik von Liane Liebenrath 

CLAN heißt die zehnteilige belgische Serie von 2012, die bei ZDFneo am Dienstag, 19.05.15 um 20:15 Uhr startet: Vier Schwestern bringen ihren ungeliebten Schwager um. Die Ehefrau und fünfte Schwester der Familie Goetehals trauert und ahnt nichts Böses . Und das verheißen die ersten beiden Folgen zur Serie CLAN:

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern werden fünf Schwestern von der Ältesten aufgezogen und halten fest zusammen. Die Goethals Schwestern Eva, Veerle, Birgit, Rebekka und Goedele können sich ein Leben ohne einander nicht vorstellen, sie feiern gemeinsam Familienfeste  und teilen gute wie auch schlechte Zeiten.

Ganz besonders die schlechten Zeiten, denn Goedele heiratet einen absolut widerlichen Mann, Jean-Claude, und ab da leiden ihre Schwestern mit ihr, aber auch jede für sich Höllenqualen. Jean-Claude lässt keine Gelegenheit aus, andere Menschen, auch Familienmitglieder, bloßzustellen, sie zu ärgern und ihnen das Leben so unerrtäglich wie nur möglich zu machen.

Goedele erträgt das alles mit hündischer Gelassenheit, was wiederum ihre vier Schwestern so sehr aufbringt dass irgendwann feststeht: Der Mann muss weg.

Jean-Claudes Tod wird von Goedele und ihrer kleinen Tochter beweint, von den vier anderen Schwestern mit Genugtuung gesehen. Aufgebahrt im Pyjama liegt er in der Kirche, und es gibt nicht nur gute Gedanken bei seiner Trauerfeier.

Dort tauchen dann auch  die ersten Probleme auf in Gestalt von zwei Versicherungsagenten, deren weiteres berufliches Wohl oder Weh in genau der Versicherungspolice von Jean-Claude steckt. Er ist nämlich nicht nur zu Tode gekommen, auch sein Haus im Wald wurde niedergebrannt. Zwei Versicherungspolicen wären also auszuzahlen, was wiederum die Brüder Dewitt als Versicherer in ärgste Schwierigkeiten bringt.

Sie sollen jetzt beweisen, dass die Policen nicht eingelöst werden können. Dewitt gegen Goethals, wer sich am Ende durchgesetzt hat, weiß man nach Folge 10.

TV Kritik
Wer sich durch die erste Folge durchmüht, der wird ab der zweiten Hälfte von Folge zwei ein wenig
belohnt. Es geht mit der Spannung, der Handlung und auch der szenischen Umsetzung eindeutig bergauf. Was einen hoffen lässt, dass es sich bei Folge 1 nur um einen etwas gequälten Start handelt.

Die Goethals Schwestern haben enge Familienbande, warum sie sich allerdings von einem einzigen Menschen so drangsalieren lassen erschließt sich nicht.

Jean-Claude, ein schauspielerisch perfekt umgesetzter Widerling, der wirklich nichts auslässt, um ihm Pest und Cholera an den Hals zu wünschen, tyrannisiert die fünf Schwestern. Seine Ehefrau muss ihn wohl wirklich lieben und akzeptiert alles an Bosheiten. Wieso aber dann ihre Schwestern statt sich abzusetzen, an Goedeles Erlösung mit ziemlich radikalen Mitteln arbeiten, ist zunächst nicht schlüssig.

Jean Claude verübt in in den ersten Folgen keine körperliche Gewalt, davon werden die Zuschauer verschont, aber was Jean-Claude so alles einfällt, um andere zu quälen, ist schon erstaunlich.

In den ersten beiden Episoden fällt es noch schwer, alle Beteiligten in ihren Rollen auseinanderzuhalten.

Die Schwestern, alle ähnlich und blond, nur in verschiedenem Alter, sind allein durch Einzelmerkmale wie zum Beispiel einer Augenklappe zu unterscheiden.

Man kann der Serie nicht das Potential, sich noch zu steigern absprechen, und die Hoffnung auf mehr Spannung sollte man auch nicht verlieren, denn das Ende des zweiten Teils bewegt einen zumindest, sich doch Folge drei anzusehen.

Ab 19. Juni 2015 gibt es zur Serie CLAN eine DVD-Sammlung  (4 Disks) für 30,99 Euro. Eine Produktion von Edel GermanySpieldauer: 600 Minuten. FSK ab 16 Jahren (die Amazon-Angabe "12 Jahre" ist lt. Nachfrage bei Edel Germany falsch)

NACHTRAG:
Insgesamt hat die Serie CLAN sich dann im Verlauf doch noch steigern können und mit jeder Menge schwarzem Humor gepunktet. Auch wenn die Spannung anzieht, liegt der Schwerpunkt eher im komödiantischen Effekt, dass es den Schwestern einfach nicht gelingen will, den verhassten Schwager loszuwerden, (dafür aber etliche Unbeteiligte aus ihrem Umfeld versehentlich dran glauben müssen) als in kriminalistischer Spannung. 


Erst in der vorletzten Folge, wird dann auch deutlich, dass zumindest einer Schwester auch körperliche Gewalt von Jean Claude angetan wurde, was die Motive deutlich nachvollziehbarer macht. Insgesamt hätte den Episoden etwas Straffung gut getan, dennoch sind sie unterhaltsam.

Darsteller
Eva Goethals - Barbara Sarafian
Veerle Goethals - Kristine van Pellicom
Birgit Goethals -  Ruth Becquart
Rebekka Goethals - Maaike Neuville
Goedele Goethals - Inge Paulussen
Jean-Claude Delcorps - Dirk Roofthooft
Mathias DeWitt Geert - Van Rampelberg
Thomas DeWitt - Robbie Cleiren

Buch: Malin-Sarah Gozin
Regie: Nathalie Basteyns, Kaat Beels
Komponist: Melcher Meirmans, Merlijn Snitker, Chrisnanne Wiegel
Belgien 2012

Kommentare:

  1. Schade - die Rezension beinhaltet doch einige Fehler, die das Gesamturteil auch weniger glaubwürdig erscheinen lassen. Wurde diese Seite wirklich ganz gesehen? Nach verstehen möchte ich nicht fragen.... Nicht Veerle. sondern Goedele ist mit JV verheiratet, die jüngste Schwester beginnt eine Beziehung mit einem der DEWitt-Brüder, nicht mir einem Bestatter - und ja, die Spannung liegt im Subtilen, Psychologischen, dazu passen die "unscheinbaren" Schauspieler ausgezeichnet. Es ist halt kein Hollywood-Thriller mir Superstars, sondern ein Film, der - wenn man möchte und kann - bewegt, seinen eigenen Gefühlen und Reaktionen auf die Schliche zu kommen

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    1. Wie der erste Absatz des Artikels deutlich besagt, wurden nur die ersten beiden Folgen vorab gesehen und wie man dann auch weiter im Text liest:

      "Man kann der Serie nicht das Potential, sich noch zu steigern absprechen, und die Hoffnung auf mehr Spannung sollte man auch nicht verlieren, denn das Ende des zweiten Teils bewegt einen zumindest, sich doch Folge drei anzusehen."

      In den ersten Folgen gab sich der Versicherungsagent noch als Bestatter aus.

      Danke für die Anmerkung, dass Jean Claude (der war doch sicher mit "JV" gemeint) mit der anderen Schwester verheiratet war, das war eine Namensverwechslung, die wir ändern werden.

      In der Tat hatte die Serie im Verlauf dann noch einige witzige Momente. Insgesamt hätte aber eine deutliche Straffung/Kürzung der Spannung gut getan.

      Erfreulich, dass der Film Sie bewegt hat und Ihnen half, Ihren eigenen Gefühlen und Reaktionen auf die Schliche zu kommen. Wir hoffen, dass sich daraus keine Aktionen wie die der Schwestern Goethals für Ihr Umfeld ergeben. ;-)

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    2. ich habe mir die Serie aufgenommen und finde diese sehr amüsant und voller schwarzem Humor.
      Schade das diese Serien immer im ZDF Neo versteckt werden und man diese nur durch Zufall findet.
      Christian

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