Samstag, 25. April 2015

RUMPELSTILZ (Hörbuch) - Eine Kindergarten-Stalkerin und ein Ort voller Geheimnisse

RUMPELSTILZ
Autor: Herbert Beckmann
Verlag: RADIOROPA
Auflage: Februar 2015
Sprecher: Alexander Bandilla
MP3 CD mit 6 Std. 22 Min.
ungekürzte Lesung
Preis: 13,61 €
Krimirezension: Roswitha Meidl

Ein freundliches, braves, dickliches Kind verschwindet aus den Blickfeld seiner Babysitterin. Nachdem das Schrecklichste befürchtet wird, taucht es kurz darauf quietschvergnügt im Garten seiner Kindergartenfreundin wieder auf und die Idylle in Vennebeck könnte weitergehen, wenn nicht ziemlich bald danach ein Mord geschehen würde. 

Eine weibliche Leiche wird auf einer Mülldeponie gefunden, erschlagen und weggeworfen. Zufall oder Hinweis? Denn Vennebeck entpuppt sich als problematischer Ort, mit einer ehemaligen Hühnerfarm, einem begrünten Müllberg und allerlei gesundheitsschädlichen Einflüssen, aus denen laut eines selbst erkrankten Hausarztes eine Vielzahl von Krebserkrankungen und Unfruchtbarkeit resultieren.

Kommissar Hufeland bekommt es mit einer Kindergartenstalkerin zu tun, deren Motiv zuerst nicht klar erscheint. Welche Frau hat schon Interesse daran, ständig Kinder zu beobachten und sogar deren Eltern zu belästigen? 

Da es sich aber immer nur um zwei Kinder handelt, eben auch um den anfangs verschwundenen kleinen Jungen, wird Hufeland hellhörig. 

Unterstützt durch Kommissaranwärter Kuczmanik und dem Dorfpolizisten Wagner nähert er sich immer mehr der Lösung, um gleichzeitig aber auch immer neuen unangenehmen Fakten in und um Vennebeck ungewollt auf die Spur zu kommen. 

Wieso auf einer Liste, die man in der Wohnung der Toten findet, sich lauter Telefonnummern von Männern und auch die ihres Gynäkologen finden, und was dieser wiederum mit den Eltern der belästigten Kindern zu tun hat, klärt sich im Laufe der Zeit für Hufeland. 

Wer aber der wahre Täter ist, das ist dann doch überraschend.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)
Wären da nicht die endlosen Nebengeschehnisse, die das Buch künstlich in die Länge ziehen, hätte es 5 Sterne ohne Zweifel verdient. 

Es ist eine spannende Geschichte die hier erzählt wird,  von Mord und Entführung, Prostitution und Erpressung u.a. sowie von einer  Frau, die all dem auf die Schliche gekommen ist und ein paar jungen Mädchen, die sich Geld mit Babysitten verdienen. 

Wäre da nicht Kevin Kuczmanik, dessen Name man ab der Hälfte des Buchs bald nicht mehr hören mag. Hufeland und Wagner hätten ausgereicht, der eine Kriminalkommissar, der andere Landpolizist. Noch dazu wird der Name des Assistenten permanent komplett ausgesprochen, bei den anderen nur kurz der Familienname genannt und so sehr sich auch Alexander Bandilla als Sprecher bemühen mag, er kann den Namen weder wegflüstern noch ihn veralbern, er bleibt einem all die Stunden in den Ohren. 

Die Figur von Kuczmanik ist unkonturiert und bietet auch keinen Anhaltspunkt ihn als Hauptfigur zu sehen, außer dass ihm ab und zu vom Autor etwas zugeworfen wird, was ihn nicht ganz so unnötig erscheinen lässt.

Kinder sind ein heikles Thema, die Sorge um sie, die Angst sie zu verlieren, die Position der Leiterin des Kindergartens, all das wird von Autor Herbert Beckmann glaubwürdig und sehr realitätsnah dargestellt. 

Und das Ende ist dann doch nicht so wie man es erwartet hat, deswegen und trotz der enormen erzählerischen Längen und einem verzichtbaren Assistenten, 4 von 5 Sterne.

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