Donnerstag, 30. April 2015

PARIS, DIE NACHT - Soziale, menschliche Verrohung als Folge von Gewalt und Hass

Krimi-Rezension von Jürgen Edelmayer

Abraham und Goran sind Gelegenheitsdealer. Auf der Suche nach Stoff für den eigenen Bedarf streunen sie durch La Goutte d’Or im Norden von Paris

Eines Tages entdecken sie in einem Hinterzimmer einer Bar ein illegales Glücksspiel und beschließen, den Laden zu überfallen. Doch die ausgeraubten Ganoven lassen sie nicht unbehelligt davonkommen. Abraham und Goran bleibt nur die Flucht, um das Ende der Treibjagd abzuwarten.

PARIS, DIE NACHT ist Guez‘ Debüt-Roman und der erste Roman der Pariser Trilogie. (Verlagsinfo)

Persönliche Meinung: 4 Sterne (von 5 möglichen)

Paris, die Nacht ist kein Roman für Zartbesaitete. Es fließt reichlich Blut und die Verrohung der handelnden Charaktere machte mich zuweilen sprachlos. 

Die Figuren, die Jérémie Guez geschaffen hat, sind egozentrisch und voller Hass, nahezu bar jeden Mitgefühls für ihre Mitmenschen. Entfernt fühlte ich mich an Albert Camus´ Roman: „Der Fremde“ erinnert; wobei der Protagonist in Camus´ unerreicht gebliebenem Werk nur Gleichgültigkeit empfindet, und nicht diese ungeheure Wut, die Abraham in PARIS, DIE NACHT nicht zur Ruhe kommen lässt. 

Er und noch mehr sein Freund Goran nehmen jede Gelegenheit wahr, um ihrem dauerhaften Hass ein Ventil zu verschaffen. Die Folge sind Gewaltexzesse, anscheinend das einzige Mittel, das Abraham und Goran die Möglichkeit bietet, sich selbst zu spüren. 

Unterm Strich ist Guez` Buch eine durchaus spannende Lektüre, mit der Moral, dass prekäre soziale Verhältnisse Menschen ohne Empathie hervorbringen.

Autor: Jérémie Guez
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 152
Verlag: Polar Verlag
Übersetzung: Cornelia Wend
Preis: EUR 12,90
eBook-Version: 9,99 Euro

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