Montag, 6. April 2015

MORD HEILT ALLE WUNDEN - Wien-Krimi mit viel Charme und Witz

Krimi-Rezension von Roswitha Meidl

Peter Wehle jun., ein in Österreich klingender Name, hat einen neuen "Halb-Krimi" herausgebracht. Gemeint ist Peter Wehle junior, Psychologe, Musikwissenschaftler und Autor und seine zentrale Figur in „Mord heilt alle Wunden“ ist wieder Hofrat Magister Ludwig Halb, Leiter des Referats für Gewaltkriminalität des österreichischen BKA.

Mit einem, auf den ersten Blick, zusammengewürfelten aber perfekt zu ihm passenden Team löst Ludwig Halb in gemütlicher Wiener Atmosphäre und bei gutem Essen einen sehr komplexen Fall, der einiges an Kombinationsgabe abverlangt und auch viel an Spannung zu bieten hat.

Es geht um ein Gemälde im Mu-Ku-Were-Wi Museum (im realen Wien nicht existierend), ein Riesenbild eines niederländischen Malers, das die drei griechischen Erynnien (besser bekannt als Furien) darstellt. 

Von seiner Kollegin Verena wird Halb gebeten sich eines Problems anzunehmen, das der Museumswärter mit diesem Bild hat. Er hört es nämlich zu ihm sprechen, immer wieder die gleichen Sätze, meist endet es in einem bedrohlichen Herzanfall für ihn.

Halb nimmt sich der Sache zuerst nur mit wenig Enthusiasmus an, lernt alle Mitglieder des „Sparvereins“, der sich nie zum Ansparen von Geld getroffen hatte sondern eine Freundesrunde ist, kennen, dem auch der Museumswärter angehört und muss am eigenen Leib erfahren, dass es nicht Jux und Tollerei oder gar Irrsinn ist, der den Museumswärter verfolgt, sondern eine reale Bedrohung die auch ihn, Halb, als Mordanschlag an seiner eigenen Person erreicht.

Zwischen Tafelspitz und Apfelstrudel, Familiengeschichten, Ausflug in die High Tech Welt, dem Kampf von Halb gegen sein Handy, der Abneigung gegen Pressekonferenzen und seinem neuen Ruf als Geisterjäger arbeitet sich Hofrat Ludwig Halb langsam aber stetig vorwärts Richtung Lösung des Problems. 

Er kann zwei Morde nicht verhindern, aber an griechische Rachegöttinnen als Täter glaubt er sicher nicht. Was er schlussendlich auch beweist und mit Hilfe seiner Kollegin Verena noch Schlimmeres verhindern kann.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Peter Wehle jun. schafft es mit einem Krimi, Wien als die sympathische Stadt darzustellen, die sie ist. Wo man mit Titelfreudigkeit und Lockerheit an so vieles herangeht, wie er bei der Beschreibung der diversen Grüppchen von Demonstranten vor dem Museum zeigt. Wo er mit dem Leser durch Wien spaziert und ihn dabei regelrecht an der Hand nimmt, über den Ring geht – obwohl Hofrat Halb dort beinahe zu Tode kommt – zum Michaelerplatz, zu den diversen Stätten großartigen Essens, dabei noch einen Ausflug in die griechische Mythologie schafft und das so spannend erzählt, dass es einem wie Ludwig Halb geht und man sich von Verena gerne die ganze Odyssee erzählen lassen würde, ohne dass einem langweilig würde. 

Peter Wehle gehört fraglos zu den österreichischen Autoren, von denen man sich kein Buch entgehen lassen sollte. Er schreibt mit Charme und Witz, erzeugt Spannung und Bilder im Kopf und hinterlässt die Frage: "Warum gehe ich nicht öfter ins Museum?"

Autor: Peter Wehle
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 300
Verlag: Haymon
Preis: 12,95 €
eBook-Version: 9,99 €

Weiterer Wien-Krimi von Peter Wehle:
KOMMT ZEIT, KOMMT MORD

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