Freitag, 24. April 2015

LAVENDELBITTER (Hörbuch) - Sanfter Sommer-Kräuter-Krimi, in dem es blüht & duftet...

LAVENDELBITTER
Autor: Elinor Bicks
Verlag: Radioropa
Auflage: März 2015
Sprecher: Nadine Heidenreich
1 MP3 CD mit 7 Std. 53 Min.
ungekürzte Lesung
Preis: 16,02 €
Krimirezension: Roswitha Meidl

Lore Kukuk wurde von ihrer Großmutter ein Haus samt Grundstück direkt an einer Burg am Otzberg (Odenwald) vererbt. Sie wuchs gemeinsam mit ihrer Freundin Edel, die mehr Zeit bei Lores Oma als bei ihrer Mutter verbrachte, bei ihrer Großmutter auf und beide wurden von Oma Kukuk in die Geheimnisse des Kräutergartens eingeweiht. 

Allerdings ranken sich nicht nur Düfte um die Frauen, sondern auch Gerüchte über die im Dorf so benannten „Kukuksmorde“. Diese wurden zwar jedesmal als natürliche Todesart bestätigt, aber die Häufigkeit trieb die Bevölkerung des Dorfs zu regem Klatsch an.

Die Verstorbenen waren zwei Männer von Oma Kukuk, dann noch der Verlobte von Lore und der Halbbruder von Lore, alles schon lange her, aber das Dorf lässt kein Gras über die Sache wachsen. Das Grundstück ist heiss begehrt und niemand versteht, wieso Lore um keinen Preis verkaufen möchte.

Als ein Toter aufgefunden wird und der noch dazu stark nach Lavendel riecht, wird Lore sofort auf Grund ihres riesigen Lavendelgartens wieder denunziert und Kommissar Otto, ein ins Trudeln geratener Ex-Bundeswehrpilot, der lieber seinen weiteren Berufsweg in der Kriminalistik fortsetzt, nimmt die Ermittlungen auf.

Der Tote ist Lazlo Kalinn, Russe, Besitzer eines Kiosk, Installateur und Anbahner von Scheinehen. Er vermittelte, gemeinsam mit der Besitzerin einer Partneragentur, Frauen in den besten Jahren an Russen für eine zweijährige Scheinehe, woran alle gut verdienen, bis eben Lazlo, das attraktive Zugpferd der Agentur, das Zeitliche segnet.

Nichts ist, wie es scheint und so dreht sich die Geschichte mehrmals, vermengt mit einer Menge an Rezepten rund um Kräuter und die Wirkung von Giftpflanzen, um die Rezepthefte von Lores Großmutter und auch um das Privatleben des tierliebenden Kommissar Otto und seines Assistenten. Schlußendlich ist der Mörder in diesem duftenden, sehr weiblichen Krimi, jedenfalls nicht der Gärtner.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Es blüht, es grünt, es duftet in LAVENDELBITTER. Die bildhafte Beschreibung und die wohlklingende Stimme von Nadine Heidenreich verbinden sich zu einem angenehmen Hörerlebnis, das besonders für die Sommermonate empfehlenswert erscheint. 

Die Hitze ist zum Greifen, man riecht den Lavendel, man spürt auch die Ängste von Lore Kukuk und ihre scheinbar verlorenen Lebensjahre. Sie lebt allein in dem Häuschen ihrer Oma, das in die Burgmauer hineingebaut wurde, und riskiert ein Date mit ihrem Installateur, der hinterher tot ist. Und Lore hat das Handy des Mordopfers..

Es bleibt bis zum Schluß spannend und das Hörbuch als ungekürzte Lesung weist keine Längen auf, bei denen man gerne eine Abkürzung nehmen würde. Vorausgesetzt, man liebt Gärten. Die Verwandlung vom Kräutergarten zum Giftgarten, die Rodung, wieder zurück zum Kräutergarten, das Lavendelfeld, die vielen Rezepte und Fläschchen von Lores Großmutter gesammelt ergeben einen angenehmen Hintergrund für diesen sehr sanften Krimi von Elinor Bicks.

Einziges Minus, das Buch verleitet leider sehr aufreizend dazu, selbst Experimente mit Kräutern durchzuführen. Die Warnhinweise ganz am Ende des Hörbuchs sind ausgezeichnet, hätten aber besser an den Anfang gestellt werden sollen.

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