Sonntag, 22. März 2015

MORDSERBE - Lilly Höschen & Neffe Amadeus ermitteln wieder todernst & heiter im Harz

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Durch einen grausamen Doppelmord wird der junge Anwalt Amadeus Besserdich quasi über Nacht zum Milliardär. Seine Geschäftspartner hinterlassen ihm ihre Anteile an einem mysteriösen Unternehmen. 

Um das Erbe anzutreten und Licht in die Vorgänge zu bringen, die sein Leben auf den Kopf stellen, reist er nach Amerika. Als er herausfindet, wie das ungeheure Vermögen, das nun ihm gehört, entstanden ist, will er es so schnell wie möglich wieder loswerden. Aber es ist zu spät. 

Offenbar trachtet man auch ihm nach dem Leben. Während Amadeus mit seiner Familie untertaucht, suchen zwei Kommissarinnen und das FBI fieberhaft nach den Mördern. Natürlich bleiben auch Amadeus' Großtante Lilly Höschen und ihre Freundin Gretel nicht untätig und ermitteln auf ihre Art und Weise. Als sie glauben, den Täter dingfest gemacht zu haben, fangen die Turbulenzen erst an. 

Zu allem Überfluss müssen sich die alten Damen auch noch mit einem verrückten Stalker, einem dicken Wissenschaftler und einem chinesischen Geschäftsmann herumschlagen, der jedem erzählt, er hätte keine Unterwäsche an. Verlagsinfo

Ein neuer Harzkrimi von Helmut Exner ist erschienen, mit dem Titel „Mordserbe“. Das Buch macht seinem Namen alle Ehre.

Wie sich schnell herausstellt, haben die beiden anderen Miteigentümer der Firma, an der Lilly Höschens Großneffe Amadeus beteiligt ist, ihren großen Reichtum auf illegale (und verabscheuungswürdige) Art und Weise erlangt. 

Sie sind Besitzer einer großen Anzahl von Kunstwerken, die durch die Zwangsenteignung jüdischen Mitbürgern während der NS-Zeit widerrechtlich abgenommen oder zu einem völlig ungemessenen Preis „abgekauft“ worden sind (Durch den Fall „Cornelius Gurlitt“ ist dieses Thema wieder ins Bewußtsein der Öffentlichkeit gerufen worden).

Durch einen Doppelmord sind die beiden ums Leben gekommen. Amadeus erbt ihre Firmenanteile und noch viel mehr Vermögen, dessen Basis und Hauptbestandteil der Kunstraub war. Gerade der ältere Partner hatte nie daran gedacht, seine Schätze wieder zurückzugeben.

Amadeus ist geschockt, und will sich sofort von diesem Vermögen trennen.

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen)

Die verzwickte Suche nach dem oder den Tätern ist es nicht, was den Reiz des Buches ausmacht. 

In die Handlung ist auch wieder das gesamte Umfeld von Amadeus geschickt einbezogen, alle die liebenswerten, originellen und schrulligen Typen aus den bisherigen Harzkrimis Exners. Mit ihren sprachlichen Eigenheiten und ihrer Pfiffigkeit helfen sie Amadeus tatkräftig(!) bei der Lösung seiner Probleme.

Der Autor schreibt flüssig, gut und sehr kurzweilig. Es ist ihm geglückt, seiner Reihe um Lilly Höschen und ihre Mitstreiter einen weiteren lesenswerten Kriminalroman hinzuzufügen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.