Donnerstag, 12. März 2015

KÜHN HAT ZU TUN (Hörbuch) - Von der Langsamkeit des Seins...

Autor: Jan Weiler
Verlag: der Hörverlag
Auflage: März 2015
Sprecher: Jan Weiler
7 Audio CD mit 8 Std 50 Min
ungekürzte Lesung 
Preis: 15,99 Euro 

Martin Kühn ist ein typischer Durchschnittsbürger. Mit seiner Ehefrau und zwei Kindern wohnt er in einer Neubausiedlung in einem Haus mit Garten, welches auf dem Gelänge einer ehemaligen Munitionsfabrik steht. 

Sein pubertierender Sohn entgleitet ihm immer mehr und die Gespräche mit seiner Frau drehen sich nur um Banalitäten. 

Da passt es ihm ganz gut, dass seine rothaarige und ausgesprochen sexy wirkende Nachbarin sich häufig auf der Straße blicken lässt. In seinen Gedanken begehrt er sie, im realen Leben würde er aber niemals mit ihr anbandeln.

Seit einer gefühlten Ewigkeit arbeitet er bei der Polizei und ist mit 44 Jahren längst am Ende seiner Karriereleiter angekommen. Kühn hat großes Talent, jeden Mörder zum Reden und damit zu einem Geständnis zu bringen. 

Seine häusliche Ruhe wird eines Tages erheblich gestört. Keine 30 Meter von seinem Gartentor entfernt wird eine männliche Leiche gefunden. Kühn kann zu Fuß zum Tatort gehen und beginnt mit seinen Ermittlungen.

Jan Weiler konnte mich mit seinem ersten Krimi leider nicht überzeugen. Vielleicht hätte eine deutliche Kürzung dem Hörbuch gut getan. Von Beginn an muss der Hörer an den teilweise weit ausschweifenden, manchmal wirren, Gedanken Kühns teilhaben. 

Dieser führt ein langweiliges Leben und leider überträgt sich diese Langeweile oft auf den Hörer. 

Selbst Alltagsgespräche mit seiner Familie werden wiedergegeben. Es gibt viele Längen, so wird z.B. erst nach einem Viertel der Story die Leiche in der Nähe seines Hauses gefunden. Ein bißchen Humor und Witz hätten dem Krimi bestimmt gut getan.

Gestört hat mich ebenfalls das teilweise nicht korrekte, umgangssprachliche Deutsch (Beispiel: "zu" statt "geschlossen"). Das Ende konnte mich dann leider auch nicht versöhnen. Es kommt lapidar und „plötzlich wird alles gut“ daher. Absolut unrealistisch.

Erfreulich fand ich, dass Jan Weiler seine Geschichte selbst liest. Er macht seine Sache gut.

Mein Fazit: Ein Krimi wie „Slow Cooking“, mit dem Unterschied, dass in der Küche meist besonders Gutes dabei herauskommt.

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