Donnerstag, 5. Februar 2015

TOD EINES MÄDCHENS - Starker Krimi-Zweiteiler im ZDF

ZDF und Stefan Erhard
Der Zweiteiler TOD EINES MÄDCHENS wird am Montag (09.02.15) und Mittwoch (11.02.15) jeweils um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen sein und Krimifans sollten ihn nicht verpassen!

Die Geschichte beginnt mit der Auflösung des Kriminalkommissariats in dem beschaulicher, fiktiven Ort Nordholm an der Ostseeküste. Doch noch am letzten Tag dieser Polizei-Außenstelle geschieht ein brutales Verbrechen: Am Strand wird die Leiche der 14-jährige Jenni gefunden. Erschlagen. 

Kommissarin Hella Christensen (Barbara Auer),  mit ihrer Familie im Ort sozial integriert, tritt nicht ihren Dienst in Kiel an, sondern assistiert ihrem neuen Chef Kommissar Simon Kessler (Heino Ferch) bei dem Mordfall an Jenni vor Ort.

Sie ist mit den Eltern des Opfers, Silke und Hauke Broder (Anja Kling, Jörg Schüttauf), eng befreundet und so entwicklelt sich die Ermittlung zu einer Belastung für alle Beteiligten. Das beeinflusst Christensens Arbeit und es fällt ihr zunehmend schwerer, gegen ihre Freunde, Nachbarn und Bekannten in der kleinen Gemeinde zu ermitteln. Denn wie sich zeigt, gibt es viele, sogar in ihrem engsten Umfeld, die in das Verbrechen zu verwickelt scheinen.

Anders ihr neuer Vorgesetzter Kessler, der es geradezu darauf anzulegen scheint, sich mit jedem -auch im eigenen Kommissariat- anzulegen und der seine Ermittlungen nüchtern und konsequent, ohne Schonung weiterverfolgt.

TV-Kritik
TOD EINES MÄDCHENS widmed sich sehr eindrücklich und spannend einem vernachlässigten Aspekt im Genre TV-Krimi: den umfänglichen und überaus schmerzhaften Folgen einer polizeilichen Ermittlung. Während sich üblicherweise das Ermittler-Team vom Zuschauer beobachtet mehr oder weniger heldenhaft der Tätersuche zuwendet und die Tat im Mittelpunkt steht, wird hier qualvoll offenbar, was es bedeutet, wenn plötzlich jeder verdächtig ist und Polizisten gegen Menschen ermitteln müssen, die zu ihrem Freundes- und Bekanntenkreis gehören.

Der Schmerz, nicht nur einen geliebten Menschen verloren zu haben, sondern selbst verdächtigt zu werden und auf der anderen Seite der Schmerz, niemanden von den Verdächtigungen ausnehmen zu dürfen, wird von allen hochkarätigen Darstellern schokierend gut und spannend verpackt wiedergegeben. Nach einer solchen Ermittlung ist niemand und nichts mehr wie er/es einmal war.

Erschreckend zu sehen, wie ein Ort zunächst im Angesicht des Verbrechens zusammenrückt, um dann kurz darauf im Verlauf der Ermittlungen durch Verdächtigungen und Misstrauen für immer auseinander zu brechen droht.

Die Schuld an Jennis Tod ist am Ende die Summe viele kleiner, versteckter Schuldsplitter, die letztlich zu mehr als einer Tragödie führen und dazu, dass es einen Schuldigen, aber keinen Unschuldigen gibt.

Der letzte Satz im Film lässt die Hoffnung aufkeimen, dass dies der Beginn einer Krimi-Serie/Reihe sein könnte, was durchaus wünschenswert wäre, denn TOD EINES MÄDCHENS trägt das Prädikat: Sehr sehenswert!

Nachtrag (April 2015):
Der Thriller ist der Krimiserie BROADCHURCH (April im ZDF) extrem nachempfunden. Die Personen variieren zwar etwas, ansonsten ist das Konzept identisch, wobei das Original nicht an diese deutsche Version in Puncto Spannung heranreicht. Auch wenn das einerseits erfreulich ist, bleibt ein Nachgeschmack, da die Sendung nicht als Adaption gekennzeichnet ist und sich lt. ZDF auch nicht so verstanden wissen will. Wer sich BROADCHURCH aber erst nach TOD EINES MÄDCHENS ansieht, wird schnell gelangweilt sein, weil er den Plot zu kennen glaubt.
Besetzung:
Simon Kessler  -   Heino Ferch
Hella Christensen - Barbara Auer
Silke Broder - Anja Kling
Hauke Broder - Jörg Schüttauf
Torben Broder - Hinnerk Schönemann
Jan - Max Landgrebe
Lars von Ahnefeld - Johann von Bülow
Martin Christensen -   Chris Veres
Jenni Broder - Annika Schrumpf
Johannes Christensen - Rainer Bock
Uwe Hahn - Gustav Peter Wöhler
Mareike Thiel - Anna Unterberger
Dennis Boysen -   Julius Nitschkoff
und andere 

Buch: Florian Iwersen, Stefan Holtz
Regie: Thomas Berger
Kamera: Frank Küpper
Musik: Florian Tessloff
Produzent: Network Movie, Hamburg

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