Samstag, 21. Februar 2015

NEBEN DER SPUR - ADRENALIN Neue ZDF-Krimi-Serie nach Michael Robotham

© ZDF und Marion von der Mehden
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Der Fernsehfilm der Woche am Montag (23.02.15) um  20:15 Uhr mit dem Titel ADRENALIN  ist der Start einer neuen ZDF-Krimi-Reihe "Neben der Spur", die auf Thrillern von Michael Robotham basiert. 

Der Hamburger Psychiater Dr. Johannes "Joe" Jessen (Ulrich Noethen) behandelt Robert Mohren (Nikolai Kinski), der mit brutalen Gewaltphantasien in seiner Praxis Hilfe zu suchen scheint. Doch mehr und mehr gewinnt Jessen den Eindruck, dass Mohrens Probleme mit einer aktuellen Mordserie verknüpft sein könnten, die seltsame Berührungspunkte zu seiner eigenen Vergangenheit aufweist.

Die ärztliche Schweigepflicht verbietet ihm, der Polizei einen Hinweis zu geben. Als sich Joe schließlich doch inoffiziell Kommissar Vincent Ruiz (Juergen Maurer) anvertraut, gerät er selbst unaufhaltsam ins Fadenkreuz der Ermittlungen und nach und nach sprechen nicht nur alle Beweise gegen ihn selbst, es wird auch für die Menschen in seiner Umgebung zunehmend gefährlich.

TV-Kritik:
ADRENALIN weiß als erste Folge der neuen ZDF-Krimi-Serie NEBEN DER SPUR (nicht zu verwechseln mit der ZDF-Serie SPUREN DES BÖSEN) -noch- nicht wirklich mitzureißen.

Ja, es ist spannend (zumindest am Ende) und die Handlung ist erfreulicherweise nicht ganz so serienkillermäßig 08/15 wie es zunächst scheint, doch letztlich gelingt es Ulrich Noethen als Psychiater Joe Jessen nicht wirklich, den Zuschauer ins Geschehen zu ziehen.

Zu cool, zu distanziert legt er den Mann an, der eine Menge privater und gesundheitlicher Probleme mit sich schleppt. Unterstützt wird die "Kälte" dabei von der ständig auf Ästhetik bedachten Bildregie ergänzt durch die inzwischen langweilenden, blaugrün dunklen Farb-Filter. 

Der biedere an Parkinson und schwer wiegenden familiären Erinnerungen leidende "Hurenversteher" Joe sucht Trost in den Armen einer käuflichen Dame, statt in denen seiner Frau und wirkt trotzdem oder gerade deshalb nur halb so interessant wie sein zynischer Freund Dr. Fred Dierberg (August Zirner), bei dessen erfrischend frech-schwarzem Humor man nie weiß, ob es ihm nicht doch ernst ist.

Dagegen gibt Jörg Maurer als Vincent Ruiz einen glaubhaft leidenschaftlichen Kommissar ab, der zwischen Pflicht und Routine auch über den Tellerrand seines Kommissariats sehen möchte. Alles in Allem ist ADRENALIN durchschnittliche Thriller-Kost mit viel Privat-Psycho-Problemen des Psychiaters selbst, die sich an der literarischen Vorlage nur orientiert und nicht wirklich berührt, weil der Schwerpunkt mehr auf perfekt wie steril gestylten (Hamburg)-Bildern liegt und nicht auf einer Handlung oder einem Protagonisten, die nachhaltig in Erinnerung blieben oder gar bewegten.

Darteller
Dr. Johannes "Joe" Jessen - Ulrich Noethen
Vincent Ruiz - Jürgen Maurer
Robert Mohren - Nikolai Kinski
Nora Jessen - Petra van de Voort
Charlotte - Lilly Liefers
Anna Bartholomé - Marie Leuenberger
Dr. Fred Dierberg -   August Zirner
Elisa Ritter -   Laura Tonke
Joseph Jessen - Dietrich Hollinderbäumer
und andere 

Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert
Kamera: Felix Cramer
Musik: Christoph Zirngibl
Drehbuch: Frederik Weis, Cyrill Boss,  Philipp Stennert
Produzent: Network Movie

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