Sonntag, 4. Januar 2015

GEHEIMER ORT (Hörbuch) - Leider kein typischer Tana French-Krimi

GEHEIMER ORT
Autorin: Tana French
Verlag: Argon Verlag
Auflage: Dezember 2014
Sprecher: 
Gerrit Schmidt-Foß, Inke Löwendorf
8 Audio CD mit 9 Std. 11 Min
gekürzte Lesung
Preis: 16,99 Euro 

Anmutig, behütet und golden, so scheint die abgeschirmte Welt des traditionsreichen Mädcheninternats St. Kilda. Doch vor einem Jahr ist dort im Park ein Junge erschlagen worden. Nun hängt sein Bild am Schwarzen Brett – mit der Überschrift: ICH WEISS, WER IHN GETÖTET HAT. 

Nur eines von acht Mädchen kann die Karte aufgehängt haben. In zwei Cliquen stehen sie sich gegenüber – unverbrüchliche Freundinnen, erbarmungslose Feindinnen. Der junge Detective Stephen Moran kennt eines der Mädchen, Holly Mackey, aus einem früheren Fall und meint zu wissen, was auf dem Spiel steht. 

Bis er hinter den Mauern von St. Kilda selbst in das verfängliche Netz aus Träumen und Lügen gerät. Verlagsinfo

Ich habe mich so sehr auf das neue Hörbuch von Tana French gefreut und bin sehr enttäuscht. Die Vorgängerbücher (siehe unten) haben mir gut gefallen, bei diesem hier fällt es mir schwer, positive Worte zu finden. 

Das gesamte Hörbuch ist einerseits, wenn Inke Löwendorf aus Sicht der Mädchen erzählt, sprachlich
im untersten Niveau des „Jugend-Slangs“ gehalten, was beim Hören oder Lesen noch mehr nervt als in der Realität. 

Andererseits, wenn Gerrit Schmidt-Foß aus der Perspektive des Ermittlers spricht, sind die Sätze selten mehr als 3-5 Worte lang. Das klingt sehr abgehackt und stört wiederum den Hörfluss. 

Plötzlich folgen dann wieder ausgesprochen blumige Beschreibungen des Umfeldes der Mädchen und Sätze wie "Das Mondlicht wird schneller. Umkreist sie. / Die anderen, gleißend weiß vor den dunklen Bäumen, dreifach und wartend. Der sanft gerundete Schatten unter Celinas Kinn / Das Mondlicht zog die Farben aus dem Himmel ", die unecht, gestelzt klingen und null Spannung vermitteln.

Nichts scheint zusammen zu passen. Das Hörbuch wird in zwei Erzählsträngen, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen, gelesen, in denen sehr wenig passiert. Dazu erscheinen einige Schilderungen sehr lang bis überflüssig. Bis zum Ende passiert nichts.

Wer einen typischen Tana French-Krimi erwartet -wie ich- wird enttäuscht sein, Liebhaber linguistischer Experimente haben vielleicht mehr Gefallen an dem Werk.

Mir bleibt die Hoffnung, dass Tana French mit ihrem nächsten Buch wieder an ihren gewohnten Schreibstil anknüpft.

Krimis von Tana French, die uns besser gefielen:
STERBENSKALT
SCHATTENSTILL

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