Freitag, 9. Januar 2015

DER MANN OHNE SCHATTEN - Vernau-Krimi entwickelt sich zu Liefers-Spaß-Krimi im ZDF

Foto © ZDF und Sadam Sanchez
TV-Kritik von Petra Weber

Am Montag (12. 01.15) zeigt das ZDF um 20.15 Uhr mit Elisabeth Herrmanns DER MANN OHNE SCHATTEN wie man mit einer Krimi-Serie spannend beginnt, um Folge für Folge  stetig nachzulassen und dann als langweiliger Spaßkrimi zu enden. 

Sehr schade, denn DAS KINDERMÄDCHEN war der vielversprechende Auftakt mit Tiefgang zu der Krimiserie mit Anwalt Vernau und auch DIE LETZTE INSTANZ konnte noch mit ernstgemeinter Handlung aufwarten, wenngleich hier schon Übertreibungen und "Humor" die neue Richtung ahnen ließen.

Das ZDF beschreibt den Film als "Thriller", doch davon ist DER MANN OHNE SCHATTEN meilenweit entfernt.

Der Berliner Anwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) soll in Havanna nach Martin Gebhard suchen, der vor 30 Jahren spurlos verschwand. Seine Schwester Katherina Gebhard (Gudrun Landgrebe) glaubt ihn (zufällig) auf dem Flughafen entdeckt zu haben, bevor dieser einen Flug nach Kuba nahm. 

In Havanna stößt Vernau auf allgemeinen Widerstand und Ungereimtheiten. Er verwickelt sich (erneut) in eine Liebesaffäre. 

Kritik:
Die ersten zwei Drittel von MANN OHNE SCHATTEN (hierzu gibt es noch keine literarische Buch-Vorlage wie zu den anderen Vernau-Krimis)  sind gähnend langweilig.

Jan Josef Liefers scheint inzwischen auf den Krimi-Kasper abonniert zu sein. Nur leider kann Vernau in Sachen Humor Prof. Boerne nicht das Wasser reichen. Die Scherze sind flau, die Dialoge belanglos, die "Situationskomik" vorhersehbar.

Vernau will nach zwei Liebesnächten gleich den Rest seines Lebens mit der Unbekannten verbringen, selbige will nach erwartungsgemäßem Scheitern der Beziehung dafür in Zukunft "auf ihn warten". Der Zufallsgenerator sorgt natürlich dafür, dass der Anwalt gleich bei Eintreffen im Hotel mit dem Gesuchten "fast zusammentrifft" und der auch allgemein bekannt ist (Havanna hat 2 Mio Einwohner). Das ist alles banal, durchsichtig und vorhersehbar. Die finale Aufklärung ist durchaus Elisabeth Herrmanns Können würdig und entsprechend knifflig, sie gibt zum Ende hin im letzten Drittel dem Film tatsächlich noch einmal etwas Schwung, kann aber letztlich den flachen Gesamteindruck nicht mehr revidieren. Alberne Vorgänge rund um die Renovierung der Berliner Kanzlei in Vernaus Abwesenheit entsprechen dem neuen "Krimi-Niveau". 

Dass die ständig wiederkehrende melancholische Musiksequenz, nervt, weil sie in ihrer aufdringlichen Melodramatik nur selten dort passt wo sie eingesetzt wird, ist da nur noch eine anstrengende Nebenwirkung. Schade, der vielversprechende Anfang der Vernau-Serie DAS KINDERMÄDCHEN war damit auch schon ihr vorläufiger Höhepunkt.

1 Kommentar:

  1. Leider macht ein Liefers alleine lange noch keinen guten Film. Die Story war wenig logisch und Spannung suchte man vergebens.
    Ein Vergleich zum Traumschiff ist gut gewählt, wartete man doch mit schönen Bildern auf, die allerdings nichts zur Story beitrugen.
    Insgesamt eine schwache Vorstellung - Leider!
    Mad von www.diemeinungen.de

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