Sonntag, 25. Januar 2015

AUGEN DES WALDES - Klassischer Schauerroman, dem Kürzung gut getan hätte

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

AUGEN DES WALDES ist ein klassischer Schauerroman und erinnert etwas an Shining

Familie mit Hund steigt aus, kauft ein Hotel in der Nähe des Dorfes Swannhaven, aus dem die Großmutter von Ben stammt. Ben ist Schriftsteller, seine Frau Caroline war Bankerin, die psychisch krank, manisch depressiv, wurde. Sie soll auf dem Land wieder gesund werden. 

Ben sucht nach Stoff für ein neues Buch, das Baby Bub läuft so nebenher und Charlie, der achtjährige Sohn des Paares, treibt sich viel alleine im Wald herum. Doch die Idylle ist trügerisch.

Irgendein Tier im Wald, legt der Familie den Kopf eines Rehs vor die Tür. Charlie, neugierig geworden, legt sich auf die Lauer, um das Wesen aus dem Wald zu finden. 

Während Carolinemit der Renovierung von "The Crofts" beschäftigt ist, schließt Ben Bekanntschaft mit den Dorfbewohnern, einer engen Dorfgemeinschaft in der jeder jedem hilft, wobei die Dorfbewohner etwas schrullig zu sein scheinen. Der nächste Winter ist für sie ein zentrales Thema. 

Die einzelnen Erzählperspektiven, in denen der Leser Caroline oder Ben begleitet, wechseln ab mit Briefen, die eine gewisse Bess im Winter 1777 an ihre Schwester Kathy geschrieben hat. Sie berichtet von Familienmitgliedern, Dorfbewohnern und Ereignissen aus Swannhaven.

Persönliche Meinung: 
3*** (von 5 möglichen)

Der Erzählstil von Brendan Duffy ist bildhaft, sehr detailliert und atmosphärisch. Man kann sich das Herrenhaus, das Dorf mit seinen Bewohnern und den Wald, der etwas unheimlich zu sein scheint, sehr gut vorstellen. 

Anfangs herrscht eine unterschwellige Spannung. Man wartet auf ein Ereignis. Allerdings passiert leider nicht sehr viel auf den ersten 300 Seiten: die Hausrenovierung, Bens Recherche für  sein neues Buch über die Geschichte von Swannhaven, Charlies Beschäftigung im Wald. Ab und an stoßen lediglich Charlie und Ben auf Tierleichen oder hören komische Geräusche und bei Caroline scheint ihre Krankheit wieder auszubrechen, wobei das Ehepaar sich so langsam bewusst zu werden scheint, dass es Probleme miteinander hat. 

Erst ab Seite 300 wird es dann so richtig spannend, sogar fesselnd, so dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen kann. Die Ereignisse überschlagen sich plötzlich und Brendan Duffy hat noch eine überraschende Wendung auf Lager.

Mit 150 Seiten weniger wäre AUGEN DES WALDES ein richtig guter Schauerroman mit 5 Sternen geworden, so zieht er sich leider etwas, daher kann ich nur 3 Sterne vergeben.

Autor: Brendan Duffy
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 433
Verlag: Suhrkamp
Übersetzung: Kirsten Riesselmann
Preis: 9,99 €
eBook-Version: 9,99 €

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