Freitag, 14. November 2014

SPREEWALD-KRIMI Die Tote im Weiher - 7. Spreewald-Krimi im ZDF

 © ZDF und Hardy Spitz

TV-Hinweis / TV-Kritik von Petra Weber

Am Montag (17.11.14) und 20.15 Uhr im ZDF und zuvor am Sonntag (16.11.14) um 20.15 Uhr in ZDFneo werden  Fans der SPREEWALD-KRIMI die Episode DIE TOTE IM WEIHER verfolgen können.

Die Serie SPREEWALD-KRIMI ist speziell. Sie hebt gezielt auf das märchenhafte Ambiente des Spreewaldes, eines Sumpfgebietes im Südosten Brandenburgs ab. So auch in der neuen Folge.

DIE TOTE IM WEIHER ist Carola Kubitz (Anna Maria Mühe). Das steht von Anfang an fest, denn schon in der ersten Einstellung steigt sie (gefühlt minutenlang) dramatisch inszeniert in den Weiher. Eine Szene, die erst kürzlich in BLUT UND WASSER fast identisch und doch mit deutlich mehr Gänsehautfeeling zu sehen war.

Dass es sich um Selbstmord handelt, steht außer Frage, hatte die junge Frau doch vor fünf Jahren bei einem Autounfall, den sie lange vorher schon voraus geahnt hatte, ihre neun Monate alte Tochter verloren und seitdem an einer schweren Schuldpsychose gelitten. 

Wieso die Obduktion eine Substanz aus giftigen Pilzen mit halluzinogener Wirkung im Blut findet, bleibt auch nach 89 Minuten ungeklärt.  Kommissar Krügers (Christian Redl) Verdacht Carola Kubitz Psychotherapeutin Jenny Trumaschek (Birge Schade) würde die Frau mit verbotenen Psycho-Experimenten von ihren Schuldgefühlen "erlösen" zerschlägt sich schon sehr früh.

Trotzdem wittert Kommissar Krüger ein unentdecktes Geheimnis.

Letztlich ist die Psychotherapeutin, die auch Krügers Kollegin sowie einen aufstrebenden Kommunalpolitiker behandelt, der Dreh- und Angelpunkt dieser Story über Schuld, Vorhersehung, Verdrängung und die Unmöglichkeit des echten Vergessens trotz kongrader Amnesie.

Wie immer in den SPREEWALD-KRIMIS erzählt sich die Handlung in wilden Zeitsprüngen über Rückblenden. Und auch wie immer wird der Spreewald fotografisch mit Farbfiltern, die Märcheneffekte und mystische Düsterkeit erzeugen sollen, "geschönt".

Hinzu kommen unheilschwanger wabernde Nebelfelder, gerne auch mal blutrot eingefärbt (siehe Foto) unterlegt mit tragikumwobener Musik und Operngesang.

Auch der Kommissar, der selbst zu sozialer Interaktion unfähig ist und Kollegen gerne unsensibel angeht, fährt wieder wie Fährmann Charon über die nebligen Kanäle, als ob er die Toten seiner Fälle persönlich ins Jenseits begleitet. Gelöst wird der Fall am Ende von der Psychotherapeutin, aber das ahnt man eigentlich schon zu Beginn der Sendung.

Fazit:
Die "meisterliche Unchronologie", wie der Produzent das schwer verfolgbare  Hin- und Herspringen in den Zeiten der Handlung nennt, die dick aufgetragene Mystik-Stimmung über Farbfilter und Trauermusik, die kaum Raum für Suspense lässt dafür mehr zum Lächeln, denn zum Gruseln animiert und in ihrer Offensichtlichkeit langweilt sowie die Absehbarkeit der Lösung spätestens nach 30% des Films, sind wahrscheinlich wieder preisverdächtig, aber kein "Krimi-Highlight".

Eine traurige Geschichte - mehr Tragödie denn Krimi - leider viel zu dick aufgetragen, die man sehen kann, bei der man sich aber nicht grämen muss, wenn man sie verpasst hat.

Regie: Sherry Hormann
Buch: Thomas Kirchner
Kamera: Armin Franzen
Szenenbild: Thilo Mengler
Kostüm: Marion Greiner
Schnitt: Sandy Saffeels
Ton: Christoph Köpf
Produzent: Wolfgang Esser
Produktion: ATF, Aspekt Telefilm GmbH
Länge: ca. 89 Min

Die Rollen und ihre Darsteller

Thorsten Krüger- Christian Redl
Carola Kubitz  - Anna Maria Mühe
Klaus Kubitz - Fabian Busch
Jenny Trumaschek - Birge Schade
Charlie Matzke - Thomas Loibl
Karin Matzke - Julika Jenkins
Fichte - Thorsten Merten
Marlene Seefeldt - Claudia Geisler
Anna - Rike Schäffer
u.a.

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