Dienstag, 25. November 2014

MÜNCHEN MORD Die Hölle bin ich - Zweite Folge im ZDF

© ZDF und Marco Nagel
Am Mittwoch (26.11.14) um 20.15 Uhr in ZDFneo und am Samstag (29.11.14) um  20.15 Uhr, im ZDF ist die zweite Folge aus der neuen Krimi-Reihe MÜNCHEN MORD zu sehen.

Nach Angaben des ZDF sind "Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier und Alexander Held "das eigentümliche Ermittler-Trio, das Fälle aufklärt, um die andere Kollegen lieber einen Bogen machen."

Man fragt sich, was an dem Fall DIE HÖLLE BIN ICH der Grund dafür sein könnte, dass "andere Kollegen lieber einen Bogen darum machen" ? Denn so ungewöhnlich ist er im Krimi-Alltag nicht, bei "eigentümlich" mag man schon eher zustimmen, leider: 

Es geht um eine klischeegeprägte Bruder-Schwester-Geschichte, in der die "engelsgleiche" kleine Schwester Julika Karriere als Immobilienmaklerin macht, während der große Bruder Janosch im Knast sitzt und sich danach verzehrt sie vor dem Bösen zu beschützen, das er überall wittert und das Julika magisch anzieht.

Dass die kleine Schwester nicht engelsgleich war, sondern ein ganz schönes Früchtchen, ahnt man schon als sie mit gebrochenem Genick in ihrer Luxus-Wohnung liegt und dem aus dem Gefängnis entlassenen Bruder nicht mehr aufmachen kann.

Fortan sinnt der Bruder auf Rache und Selbstjustiz und ist der Polizei dabei immer einen Schritt voraus. Und weil die Umstände es so wollen, dass er nichts mehr zu verlieren hat, foltert er gnadenlos drauflos bis zum Ende.

Kommissarin Flierl (Bernadette Heerwagen) gibt das Dummerle im Alleingang, Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) steht nach einer blutig brutalen Prügelszene unter lähmendem Schock (es bleibt dem Zuschauer rätselhaft, wieso kein Kollege ihn daran hindert, mit völlig blutverschmiertem Hemd zur Befragung Verdächtiger mitzufahren).

Und Chef Ludwig Schaller (Alexander Held) gibt den "dummen Polizisten" (Zitat), der sich gerne mal theatralisch mit dem Make Up der Toten beschmiert, weil ihm das zur Lösung des Falls wichtig erscheint, aber im weiteren Verlauf der Handlung -erwartungsgemäß- nichts zur Lösung beiträgt.

Fazit:
MÜNCHEN MORD war im März 2014 eigentlich witzig gestartet und hätte viel Potenzial für eine richtig gute Krimi-Serie. Doch aus den Ermittlern sind in der zweiten Folge seltsame Sonderlinge geworden, die nicht wie ein eingeschworenes Team wirken, sondern wie  Einzelgänger mit psychischen Macken, denen man eine Therapie wünscht, die man aber nicht unbedingt in einer Krimi-Ermittlung sehen möchte. Das unrealistische Kellerbüro, das man wohl beim Kommissariat Q von Jussi Adler Olsen abgeguckt hat, passt zum traurigen Gesamtbild. Die Handlung ist wirr, die Geschwister ein fortwährendes Klischee, die Motivlage dünn und unglaubwürdig und die Lösung so konstruiert wie vorhersehbar. 

Was dem Krimi an Spannung oder Überraschungen fehlt, versucht er durch unnötige Grausamkeit wieder wettzumachen. Schade. Richtig schade.

Buch: Alexander Adolph, Eva Wehrum
Regie: Michael Gutmann
Kamera: Jan Fehse
Musik: Stephan Massimo
Schnitt: Max Fey
Szenenbild: Maximilian Lange
Produktionsleitung: Katja Weissinger
Herstellungsleitung: Marion Dany
Produzenten:Sven Burgemeister, Andreas Schneppe
Redaktion: Günther van Endert, Petra Tilger
Länge: ca. 90 Min.

Die Rollen und ihre Darsteller
Angelika Flierl - Bernadette Heerwagen
Harald Neuhauser - Marcus Mittermeier
Ludwig Schaller - Alexander Held
Janosch Amsel - Maximilian Brückner
Helmut Zangel - Christoph Süß
Johannes Dengler -Jörg Hartmann
Lydia Dengler - Nicole Marischka
Dr. Marcus - Ercan Karacayli
Julika Amsel - Isabella Wolf
Jörg Meyer - Felix von Bredow
und andere

Kommentare:

  1. Ich lebe jenseits des Weißwurstäquators und fühle mich zwangsgebayernfant, wenn ein Krimi als Dialektstück daher kommt. Wenn - wie hier - praktisch alle Beteiligten Dialekt sprechen, komm ich mir vor wie beim CSU-Parteitag!

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    1. Kann ich gut nachvollziehen. Hat mich auch gestört.

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  2. War für mich der letzte Film aus dem bayer. Milieu...Warum werden diese Filme nicht synchronisiert...?

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