Dienstag, 16. September 2014

DER NETTE HERR WONG - Kommissarin Lucas zwischen Dieben, Drohnen, Dissidenten

© ZDF und Bernd Schuller
TV-Tipp / TV-Kritik von Petra Weber

Der Samstagskrimi (20.09.14 /20:15 Uhr) DER NETTE HERR WONG, den ZDFneo bereits am Mittwoch (17.09.14) als 21. Folge aus der Krimireihe "Kommissarin Lucas" zeigt, beginnt mit einem "harmlosen" Einbruch und endet überraschend als Agenten-Thriller.

Schon in der Vergangenheit hat sich die ZDF-Reihe mit Ulrike Kriener als Kommissarin Ellen Lucas nicht auf den regionalen Regensburger Bezug beschränkt, sondern auch gerne mal den Blick über den bayerischen Tellerrand auf allgemeine gesellschaftspolitische Themen gelenkt.

Die Geschichte beginnt mit einem Einbruch in eine Firma, die sich auf die Entwicklung und Produktion von auto­nomen Drohnenschwärmen spezialisiert hat. Die Einbrecherin entwendet Daten und als sie das Gebäude verlässt, bleibt die Leiche des Inhabers Jian Chien zurück.

Von da an komplizieren sich die Ereignisse überraschend durch das Auftauchen verschiedener Chinesen, einer Menschenrechtsorganisation nebst unterschiedlicher Perspektiven und es entsteht ein spannendes Verwirrspiel, wer zu den "Guten" und wer zu den "Bösen" gehört, beginnt.

Anders als im Tatort KALTSTART, der das Thema Drohnen im April 2014 eher lächerlich thematisierte, zeigt DER NETTE HERR WONG auf geradezu unheimliche Weise die Gefährlichkeit, der leicht mit Spielzeugen zu verwechselnden bewaffneten Fluggeräte.

Es laufen einem beim Zusehen kalte Schauer über den Rücken, wenn in einer Mischung aus Hitchcocks VÖGEL und Schätzings SCHWARM eine Formation Drohnen Ellen Lucas bedrohlich umschwirrt. Anders als beim Altmeister, dessen Federvieh dabei lautes Gekreische wie auf einer Dorfgeisterbahn von sich gibt, bleiben diese Flieger gruselig lautlos und scheinen sich untereinander zu verständigen.

Den meisten Fernsehzuschauern dürfte bei diesen Szenen erstmals die Gefährlichkeit von Drohnen bewusst werden und die Tatsache, dass die US-Luftwaffe inzwischen mehr Soldaten in der Drohnen-Bedienung als reguläre Jetpiloten ausbildet in einem anderen Licht erscheinen lassen, selbst wenn reale mit Waffen bestückte Drohnen zur Zeit noch deutlich größer sind.

Mit dabei im Hintergrund als auflockerndes Element wie immer Anke Engelke als Schwester Rieke und Thilo Prückner als grantiger Vermieter Max.

Fazit:
DER NETTE HERR WONG ist ein spannendes Krimi-Puzzle mit überraschenden Wendungen, das ein altes Agententhema in neuer Form aufbereitet und mit einer unter die Haut gehenden Kameraführung, die Gefährlichkeit von Drohnen zuschauertauglich umsetzt. Absolut sehenswert!

Buch - Holger Karsten Schmidt
Regie - Tim Trageser
Kamera - Eckhard Jansen
Musik - Andreas Weidinger
Schnitt - Ueli Christen
Produzenten -  Molly von Fürstenberg, Harry Kügler
Redaktion -Wolfgang Feindt
Länge - ca. 88'
Eine ZDF-Auftragsproduktion der Olga Film GmbH, München

Die Rollen und ihre Darsteller 
Ellen Lucas  - Ulrike Kriener
Boris Noethen - Michael Roll
Alex Eggert - Anna Brüggemann
Tom Brauer - Lasse Myhr
Rike - Anke Engelke
Max -Tilo Prückner
uvm.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.