Samstag, 14. Juni 2014

JAPANTOWN - Geglückte Synthese zwischen alter fernöstlicher Kultur und moderner Nachrichtentechnik

Krimi-Rezension Jörg Völker

Mein Name ist Jim Brodie. Ich bin in Tokio aufgewachsen, lebe in San Francisco und verbringe meine Zeit vor allem damit, antike Vasen zu reparieren. Ab und zu helfe ich der Polizei. Heute Nacht haben sie mich nach Japantown gerufen. 

Eine japanische Familie wurde auf brutale Weise hingerichtet. Doch das ist nicht alles. Am Ort des Verbrechens fand ich ein japanisches Schriftzeichen – dasselbe Zeichen, das vor drei Jahren bei meiner ermordeten Frau entdeckt wurde. 

Dies wird der Fall meines Lebens, der Fall, den ich lösen muss, koste es, was es wolle ... Verlagsinfo

Persönliche Meinung: 
4,5 Sterne (von 5 möglichen)

In diesem spannenden und packenden Thriller prallen sehr alte japanische Tradition und modernste Computertechnik aufeinander. 

Eine japanische Geheimgesellschaft mit einer langen historischen Überlieferung, mit gut ausgebildeten und perfekt in diversen Kampftechniken geschulten Mitgliedern, versiert auch in modernen Nachrichtentechniken, tötet auf Verlangen Personen, wenn es das Interesse ihrer hochrangigen und einflussreichen Auftraggeber erfordert. Diese Vorfälle werden dann beinahe regelmäßig als gewöhnliche Unfälle getarnt.

Jim Brodie, US-Amerikaner, der seine Kindheit und Jugend in Japan verbracht hat, eine Japanerin heiratete, lebt jetzt als Kunsthändler in San Francisco. Sein zweites Standbein ist eine Teilhaberschaft an einer japanischen Sicherheitsfirma in Tokio, den er von seinem Vater erbte. Er wird von der örtlichen Polizei gerne zu Rate gezogen, wenn Ermittlungen in das japanische Milieu hineinspielen.

Der brutale Überfall auf eine japanische Familie und deren grausame Ermordung hat zur Folge, dass Brodie die Polizei berät. Zusätzlich beauftragt ihn ein reicher japanischer Geschäftsmann mit der Aufklärung des Falles. 

Schneller als ihm lieb ist, wird Brodie voll und ganz persönlich involviert, denn ein Unbekannter spricht sehr verdächtig seine kleine Tochter an und er selbst wird von dem gleichen Fremden an seiner Wohnung hart angegriffen und verletzt.

Eine verwirrende Ermittlung, eine Jagd nach den Tätern beginnt, wobei diese immer wieder zurückschlagen, sehr treffsicher und schon lange Zeit auf die Nachforschungen vorbereitet, völlig unverständlich für Brodie und seine Helfer.

Die Geschichte enthält eine geglückte Synthese zwischen alter fernöstlicher Kultur und moderner Nachrichtentechnik in der Handlung, mit interessanten Charakteren und einem durchgängigen Spannungsbogen bis zum erlösenden Finale.

JAPANTOWN
Autor: Barry Lancet
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 592
Verlag: Heyne
Übersetzung: Joannis Stefanidis
Preis: 9,99 Euro
eBook-Version: 8,99 Euro

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