Donnerstag, 8. Mai 2014

GRAND PIANO (DVD) - Gute Thriller-Idee, der man einen Virtuosen für die Umsetzung wünschte

Krimi-Rezension Petra Weber

Der Handlung von GRAND PIANO liegt eine originelle Idee zugrunde:

Starpianist Tom Selznick (Elijah Wood) lässt sich nach fünf Jahren Musikabstinenz von seiner Frau Emma, einer bekannten Filmschauspielerin, dazu überreden, wieder öffentlich mit einem Klavierkonzert aufzutreten. Zu Ehren seines verstorbenen Mentors will er sich an desssen persönlichen Flügel setzen und sein Lampenfieber mit gut spielbaren Musikstücken bekämpfen.

Doch mitten im Konzert findet er handschriftliche Notizen in seinen Partituren, die ihn zwingen, Sergei Rachmaninows "unspielbares" Konzert Nr. 3 in D-Moll zu spielen. Es zählt (lt. Wikipedia) zu den schwierigsten Klavierkonzerten und stellt sehr hohe technische Anforderungen an den Pianisten; laut Berechnungen ist es von allen großen Klavierkonzerten das mit den meisten Noten pro Sekunde im Klavierpart und erfordert eine bestimmte Handgröße, da es mit weiten Griffen gespielt werden muss.

Falls Selznick sich weigert, das Stück zu spielen oder auch nur eine Note nicht richtig trifft, werde der Unbekannte (John Cusack), der über ein Ohr-Mikrophon Kontakt mit dem Pianisten hält, wahlweise ihn selbst oder seine Frau Emma erschießen.

Dass es bei dieser Aktion nicht um die Wahnsinnsidee eines besessenen Musik-Liebhabers geht, merkt man spätestens bei der schnellen und brutalen Beiseiteschaffung zweier Unbeteiligter. Es geht natürlich um Geld. Mehr sei aus Spoilergründen hier nicht verraten.

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)

Liebe zur Klaviermusik sollte man für diesen Thriller unbedingt mitbringen, denn fast in Konzert-Echtzeit wird man mit klassischer Musik "beglückt", was zwangsläufig zu Längen führt und Fans anderer Musikrichtungen durchaus schnell nerven kann.

Die schauspielerische Leistung von Elijah Wood überzeugt, man nimmt ihm den kapriziösen Pianisten zu jeder Minute ab. Von John Cusack ist nur wenig zu sehen, da er hauptsächlich nur die Stimme aus dem Nichts beisteuert, die in der deutsch synchronisierten Fassung natürlich nicht Cusacks Stimme ist.

Leider bleibt die schöne Idee in der Umsetzung von Eugenio Mira weitgehend uninspiriert und oberflächlich. Durchaus spannende Ansätze, wie Selznicks Versuch sich per Handy Hilfe zu verschaffen, erstickt er allzu schnell durch hektische und billig wirkende Horroreffekte. Dem geübten Thriller-Fan  fehlt es da an Suspense und Raffinesse, in der Art wie ein Alfred Hitchcock dieses Thema umgesetzt hätte. 

Gefallen hat mir, dass der Schlüssel zum Sinn dieser unspielbaren "Fingerübung" buchstäblich und doppeldeutig im Begriff Klavier (engl. Bezeichnung GRAND PIANO) lag, auch wenn mir das plötzliche Ende dann wieder recht abrupt und lieblos erschien.

Fazit: Eine sehr schöne Idee mit Wort-Doppeldeutigkeiten, guter darstellerischer Leistung von Elijah Wood und spannenden Momenten, die leider von Klaviermusik übertönt und wenig originell mit Längen umgesetzt wurde.

GRAND PIANO - Symphonie der Angst ist ab heute als DVD und Bluray im Handel mit einer Altersbegrenzung ab 16 Jahren für 12,99 Euro erhältlich.

  • Darsteller: Elijah WoodJohn Cusack, Tamsin Egerton, Kerry Bishé, Allen Leech
  • Regisseur(e): Eugenio Mira
  • Komponist: Victor Reyes
  • Künstler: Patricia Monné, Unax Mendia, Rodrigo Cortés, Jose Luis Romeu, Javier Alvariño, Damien Chazelle, Gabriel Arias-Salgado, Adrián Guerra, Axel Kuschevatzky, Myles Nestel, Núria Valls
  • Format: Dolby, DTS, PAL, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH - DVD
  • Erscheinungstermin: 8. Mai 2014
  • Produktionsjahr: 2013
  • Spieldauer: 86 Minuten

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