Freitag, 30. Mai 2014

DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER - Mit Fantasy-Elementen & einem Blick auf historische Kuriositäten



Krimi-Rezension von Nicole Glücklich
Vorstandsmitglied des Bakerstreet Cronicle

Nicht mehr ganz neu (August 2013), aber immer noch ganz besonders – Ransom Riggs Erstlingswerk „Die Insel der besonderen Kinder“:

Jacob ist der Sohn reicher Eltern und sein einziges Problem besteht darin, wie er am schnellsten seinen Ferienjob in der familieneigenen Drogeriemarktkette wieder loswird, bis zu dem Tag, an dem er mitansehen muss, wie sein Großvater Abraham von einem Monster ermordet wird. Niemand glaubt dem Jungen, doch er findet Beweise dafür, dass sein Großvater keine Märchen erzählte, wenn er von Monstern sprach. 

Auf einer kleinen abgelegenen Insel kommt Jacob dem Geheimnis seines Großvaters, der seltsamen Fotos, die dieser ihm immer zeigte, und den Monstern immer näher – und entdeckt eine Welt, die jenseits der normalen Vorstellungskraft liegt.

Um es gleich vorneweg zu sagen: dies ist kein reiner Krimi, es handelt sich auch um eine Fantasygeschichte. Aber sie ist sehr spannend und geistreich erzählt. 

Die gesamte Aufmachung des Buches lässt erahnen, dass es... nun ja, besonders ist – wie der Titel bereits verrät. 

Obwohl es sich um ein Taschenbuch handelt, ist es mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet, mit einem wunderschönen Vorsatzpapier bzw. Druck und vielen Bildern im Innern. 

Die Idee des Buches ist auch, dass die Geschichte aus den Fotos entsteht. Es handelt sich dabei um Originalfotos der Jahrhundertwende bis ca. in die 50er Jahre, die allesamt merkwürdig anmuten. 

„Schwebende“ Kinder, Kinder in seltsamen bis gruseligen Kostümen, Fotomontagen – alles Bilder, die der Autor selbst zusammengetragen hat. Aus diesen Fotos heraus entstand die Geschichte der besonderen Kinder. Eine tolle Idee, die zudem zeigt, wie Fotografen arbeiteten und auf welche Ideen sie kamen, als die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte.

Persönliche Meinung:
5***** (von 5 möglichen)

Ransom Riggs begann seine schriftstellerische Karriere eigentlich mit dem „Sherlock Holmes Handbook“ - inzwischen erschien der zweite Teil seiner Insel-Trilogie. Der Autor wurde in Florida geboren und brachte seine Jugend mit viel Langeweile auf einer 200 Jahre alten Farm zu. Er studierte Englische Literatur und Filmwissenschaften und arbeitet heute als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.

„Die Insel der besonderen Kinder“ ist keine klassische Kriminalgeschichte, aber dennoch für Krimifans eine spannende Geschichte – wer Fantasyelemente mag und auch gerne mal einen Blick auf historische Kuriositäten wirft, wird viel Freude an dem Buch haben.

DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER
Autor: Ransom Riggs
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 416
Verlag: Knaur TB
Übersetzung: Silvia Kinkel
Preis: 9,99 Euro
eBook-Version: 9,99 Euro

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