Sonntag, 13. April 2014

KILLMOUSKY - 10teilige Radio-Lesung der Krimi- Neuveröffentlichung (auch zum Nachhören)

Der Krimi KILLMOUSKY von Sibylle Lewitscharoff ist gerade erst bei Suhrkamp als gebundenes Buch erschienen und bereits jetzt wird er ab Montag (14.04.14) im Rahmen der morgendlichen Sendung "Am Morgen vorgelesen" auf NDR Kultur von Christian Brückner in zehn Teilen vorgelesen.

Zu hören sind die insgesamt zehn Teile vom 14. bis zum 29. April 2014, jeweils von 8.30 Uhr bis 9 Uhr.

Erfreulich, dass bei diesem für Arbeitnehmer unfreundlichen Zeitpunkt, die Sendung noch 24 Stunden zum Nachhören im Web zu hören sein wird.

In ihrem neuen Roman hat sich die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff auf ein für sie neues Genre eingelassen: den Kriminalroman. 

"Killmousky" erzählt die Geschichte des pensionierten Kommissars Richard Ellwanger, der sich ganz unerwartet, trotz seiner Abneigung gegenüber Haustieren, mit einem zugelaufenen Kater anfreundet und ihm den Namen "Killmousky" gibt.

Ellwanger hat seinen Dienst frühzeitig quittiert, nachdem er einem Kindesentführer Gewalt angedroht hat, um das Leben des entführten Kindes zu retten. Eine Ähnlichkeit mit dem Frankfurter Polizeipräsidenten Wolfgang Daschner, der sich 2002 im Entführungsfall des Bankiersohnes Jakob von Metzler eben so verhalten hatte, ist unübersehbar. 

Die Autorin setzt an den Anfang ihrer Geschichte das moralische Dilemma, in dem ihr Protagonist persönliches Rechtsempfinden und Rechtsstaatlichkeit gegeneinander abwägen muss. Als privater Ermittler hat er einen Auftrag angenommen, der ihn nach New York führt. 

Für den steinreichen Howard Trevillyan soll er herausfinden, ob der Tod von dessen Tochter Victoria tatsächlich, wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, Selbstmord war oder nicht doch Mord. Trevillyan und seine andere Tochter Catherine gehen davon aus, dass Victorias Ehemann, Paul Henrik Larson, sie ermordet hat, um sich ihr Vermögen unter den Nagel zu reißen. Beweise dafür haben sie nicht. Nur Mutmaßungen.

Geboren wurde Sibylle Lewitscharoff am 16. April 1954 in Stuttgart. Sie feiert also in wenigen Tagen ihren 60. Geburtstag und kann auf eine überwiegend erfolgsverwöhnte Schriftstellerkarriere zurückblicken.

Diese begann allerdings erst vor zwanzig Jahren. Ihre ersten Erzählungen mit dem Titel "36 Gerechte" veröffentlichte sie 1994. Vier Jahre später erhielt sie für ihre Erzählung "Pong" den Ingeborg-Bachmann-Preis. Der autobiographisch geprägte Roman "Apostoloff" bekam 2009 den Preis der Leipziger Buchmesse. Und bisheriger Höhepunkt ihrer Auszeichnungen ist der Georg-Büchner-Preis, den sie im vergangenen Jahr erhielt.

Auch als streitbare Intellektuelle hat sich Sibylle Lewitscharoff einen festen Rang im deutschen Literaturbetrieb erworben. Zuletzt mit ihrer heftig kritisierten Dresdner Rede über Leben und Tod, in der sie Menschen, die nach künstlicher Befruchtung durch eine Leihmutter auf die Welt gebracht wurden, als "Halbwesen" bezeichnet hat.

Kommentare:

  1. Nach den Äusserungen dieser Person bezüglich Halbwesen, soll diese Frau ihren Mist alleine lesen.

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    1. Ich kann diese Meinung sehr gut verstehen. Immer wieder stellt sich beim Lesen die Frage, inwieweit die Person des Autors zu berücksichtigen ist oder ob man ein Werk losgelöst davon beurteilen soll. Diese Frage stellt sich nicht nur in der Literatur, auch bekannte Maler, Bildhauer, Philosophen u.a. waren in ihrem Leben und Denken durchaus kritisch zu sehen.

      Wo man die Grenze für sich setzt, muss jeder wohl selbst entscheiden und ich persönlich finde es gut, wenn man sich auch mal einem Werk verweigert, wenn einem der Autor in Wesen und/oder Denken missfällt.
      Petra Weber
      Köln

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