Mittwoch, 4. Dezember 2013

HIMMEL ÜBER LONDON - Håkan Nesser langweilt mit endlosen Beschreibungen

HIMMEL ÜBER LONDON
Autor: Håkan Nesser
Verlag: Der Hörverlag
Auflage: November 2013
Sprecher: Dietmar Bär,
Walter Kreye, Simone Kabst
2 MP3- CD mit ca. 16 Std.
ugekürzte Lesung
Preis: 16,99 Euro
Krimirezension: Biggi Friedrichs

Sie erreichen London um 16.50 Uhr an der Paddington Station. Der fast 70jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwerkrank – und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgend etwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. 

Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest hat er geplant. Auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe sind eingeladen – die neurotische Irina, der ständig an Geldmangel leidende Gregorius. 

Sowie zwei mysteriöse Gäste, deren Namen sie nicht kennt. Gleichzeitig geht ein Serienmörder in der Stadt um – es braut sich etwas zusammen unter dem Himmel von London. Verlagsinfo

Ich hatte mich auf ein spannendes Hörbuch gefreut, zumal einer der Sprecher des Hörbuchs Dietmar Bär ist (auch als "Tatort-Ermittler Freddy Schenk" ein Begriff). Er hat den Haupt-Part des Leonard übernommen. 

Dietmar Bär hat sich als Hörbuchsprecher mit seinen spannenden Lesungen von Håkan Nessers und Mo Hayders Romanen einen Namen gemacht. Unterstützt wird Dietmar Bär hier von Walter Kreye und Simone Kabst.

Dass der Roman langsam beginnt, konnte ich noch nachvollziehen. Leider erhöhte sich die Spannung auch nach der Hälfte des Buches nicht, was nicht an den Sprechern liegt. Das Hörbuch konnte mich überhaupt nicht fesseln. Keinerlei Spannung ist zu spüren. 

Die Atmosphäre ist deprimierend. Leonhard ist todkrank, er möchte seinen Geburtstag noch einmal mit seiner Lebensgefährtin, ihren Kindern und zwei noch unbekannten Personen in London feiern.

Irgendetwas liegt in der Luft Londons. Der Autor schafft es jedoch nicht zu fesseln oder irgendeine Art von Spannung aufzubauen, dass man dieses "Geheimnis" gelüftet bekommen möchte. Normalerweise bin ich ziemlich neugierig und halte auch mal Spannungs-"Durststrecken" aus. 

Nach mehr als 50% des Hörbuches (ich musste mich geradezu zwingen weiterzuhören)  habe ich irgendwann doch aufgegeben, denn insgesamt umfasst das Hörbuch 16 Stunden.

Leonard und Maud erzählen aus der Ich-Perspektive. Die beschriebenen Charaktere bleiben kaum greifbar, fast schemenhaft. Das Verhältnis von Maud zu ihren Kindern ist seltsam, so scheint z.B. keine Beziehung zwischen der Mutter und ihren Kindern zu bestehen. Maud hat keine Ahnung von den Alkoholproblemen des Sohns Gregorius oder von den Verhaltensstörungen ihrer Tochter Irinas. Und sie ist Therapeutin! 

Ich als Hörerin habe keinen Bezug zu ihnen gefunden, weder zu Leonard, noch zu seiner Lebensgefährtin und Ex-Therapeutin. Auch die beiden Kinder seiner Lebensgefährtin und deren Vergangenheit bleiben für den Leser/Hörer uninteressant. Die ständigen Sprünge zurück in die Vergangenheit verlieren sich in sehr detailreichen Beschreibungen, die zunächst sprachlich sehr schön, letztlich aber ermüdend sind. 

Viel zu viele Handlungsstränge langweilen den Leser und sind für die Story völlig irrelevant. Oft ist nicht ganz klar, ob Leonard die Ereignisse in der Vergangenheit erlebt hat oder ob er fantasiert, was gut möglich ist, da er viele Medikamente einnehmen muss. 

Die Handlung dümpelt stundenlang so dahin, große Überraschung oder Wendung darf man zum Ende hin nicht mehr erwarten.

Anm. KK: Wir haben uns bei Lesern, die dieses Buches bis zum Ende gelesen haben erkundigt, ob sich unser Eindruck zum Buch am Ende womöglich als falsch erweist und doch noch Relevanz und Spannung zu erwarten sind. Leider ist dies nicht der Fall. Natürlich kann man 16 Stunden (1 Tag seines Lebens) mit einem Buch zubringen, um festzustellen, dass sich der Eindruck, den man nach 10 Stunden hatte, bestätigt, wir haben es jedoch erstmals(!) vorgezogen  ein Buch nicht zu Ende zu hören, denn es gibt so viele spannendere und interessantere Hörbücher von DER HÖRVERLAG, dass wir unsere Lebenszeit lieber ihnen widmen möchten.

Kommentare:

  1. Ob etwas für die Story relevant ist oder nicht kann man nicht beurteilen, wenn man nur gerade die Hälfte der Geschichte kennt. Solche Rezensionen sind amateurhaft und bringen nichts.

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    1. Vielen Dank für den Hinweis, in der Tat fehlte eine wichtige Information in unserem Artikel, die ich jetzt als Anmerkung ergänzt habe.
      Und ja, unsere Lesermeinungen werden von Amateuren und nicht von Berufskritikern verfasst, sehr richtig erkannt :-)
      Wem sie was bringen, darf zum Glück jeder selbst entscheiden, so wie die Frage, was anonyme Kommentare dieser Art bringen.

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