Dienstag, 10. Dezember 2013

FLIEGERALARM - Startbahn West und ihre regionalen Folgen (Frankfurt-Krimi)

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Kommissar Andreas Rauscher heiratet. Jedenfalls hatte er das vor, bevor ihm wie immer etwas dazwischen kommt. Ein Dröhnen am Hochzeitshimmel, ein Selbstmordversuch und ein Ohr lassen Rauscher schneller in die Ermittlungen schlittern als geplant. Rasch wird klar, dass es in diesem temporeichen Krimi um den Flughafen und den Fluglärm über Frankfurt-Sachsenhausen geht. 

Es kristallisieren sich einige Indizien heraus, die darauf hinweisen, dass die Geschichte im Jahre 1987 an der Startbahn West ihren Ausgangspunkt hat. Fliegeralarm verfolgt zudem die brisante Frage, wie weit Bürger gehen würden, wenn sie den Lärm nicht mehr ertragen können und sich gegen die Macht der Wirtschaft und der Politik wehren wollen. (Verlagsinfo)

In der Region um Frankfurt am Main steht bis heute der Rhein-Main-Flughafen fast immer im Mittelpunkt des Interesses. Der Betrieb als solcher, der Ausbau im Allgemeinen, speziell der Bau und die Inbetriebnahme der Startbahn West, die Flugrouten-Führungen und die Ausgestaltung des Nachtflugverbotes werden seit Jahren leidenschaftlich diskutiert. 

Gewalttätige Demonstrationen gab es dazu viele, leider auch Tote, darunter Polizisten. Selbst bei den derzeit geführten Verhandlungen über eine Regierungsbildung in Hessen spielt der Flughafen eine große Rolle.

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen)

Gerd Fischers neuer Roman FLIEGERALARM beschäftigt sich intensiv mit diesen Problemen, geht auch in Rückblenden auf die Vergangenheit ein. 

Er lässt anhand von gut gezeichneten Charakteren die durch den Flughafenbetrieb entstandene massive Beeinträchtigung der Lebensqualität im unmittelbaren Einzugsbereich des Airports nachempfinden. 

Bei vielen der Betroffenen liegen die Nerven blank, weil sie dem Fluglärm ausgeliefert sind. Wirtschaftliche Einbußen der Haus- und Grundbesitzer durch den Wertverlust ihres Grundeigentums werden im Roman exemplarisch verdeutlicht.

In dieser Gemengelage muss Fischers sympathischer Kommissar Andreas Rauscher mit seinen Kollegen aktuelle Fälle bearbeiten, stark gehandicapt durch massive private Probleme mit seiner Lebensgefährtin Elke Erb.

Ein sehr unterhaltsames und obendrein auch spannendes Buch ist entstanden, flüssig geschrieben, nicht einseitig festgelegt, sondern mit großer Empathie für die Region, die Menschen dort, ihre Lebensart und nicht zu vergessen ihre Getränke!
Autor: Gerd Fischer
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 244
Verlag: Mainbook
Preis: 10,00 Euro
Preis eBook-Version: 7,99 Euro

1 Kommentar:

  1. Es laufen immer mehr Stränge zusammen und die Situation spitzt sich zu. So ist der Krimi spannend und es gibt jede Menge Hintergrundwissen und Lokalkolorit.

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