Montag, 23. Dezember 2013

DIE HURE VON BREMEN - Spannender Krimi über Zwangsprostitution im Mittelalter

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Als die Heilerin Marie ermordet wird, beginnt die junge Hure Lena auf eigene Faust nach dem Täter zu suchen. Doch ihre Nachforschungen decken ein unfassbares Geheimnis auf. 

Plötzlich steht das Schicksal Bremens auf dem Spiel, und nur Lena kann die Stadt vor dem Untergang bewahren. Mord und Liebe vor dem Hintergrund des historisch belegten Krieges zwischen Bremen und Hoya. Verlagsinfo

An exemplarischen Figuren wie der Hauptperson, der Hure Lena, und ihrer Familie, der Hebamme und Heilerin Marie sowie den Ratsherren von Bremen aufgezeigt, entwickelt die Autorin Kirsten Ried wie auch schon in ROLANDSRACHE ein getreues Abbild des Lebens im Mittelalter. 

Die Obrigkeit ist keiner echten Kontrolle unterworfen. Sie hat eigentlich unumschränkte Gewalt über die Menschen in ihrem Herrschaftsbereich. Politische und wirtschaftliche Entscheidungen werden nach „Gutsherrenart“ getroffen. Der einzelne Mensch gilt nichts. Humanes Denken ist nur singulär vorhanden, wenn überhaupt.

Lena wird aus existentieller Not an ein Freudenhaus verkauft. Fortan hat sie dem Vergnügen der Männer der Oberschicht zu dienen. Gleichzeitig wird sie von der Bevölkerung verachtet.

Persönliche Meinung: 
4**** (von 5 möglichen)

Eine sehr anschauliche und spannende Geschichte aus der Vergangenheit, deren Schrecknisse wir uns nach Lektüre des Buches besser vorstellen können. 

Die Verhältnisse haben sich mittlerweile grundlegend zum Guten verändert. 

Wer allerdings glaubt, dass wir heute in einem „Goldenen Zeitalter“ leben, der sei nur auf die heftige Diskussion über die Zwangsprostitution in Deutschland hingewiesen.

DIE HURE VON BREMEN 
Autor: Kirtsten Riedt
Format: broschiert
Seitenzahl: 271
Verlag: Emons
Preis: 11,90 Euro
Preis eBook-Version: 9,49 Euro

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