Sonntag, 24. November 2013

NUR EINE BÖSE TAT (Hörbuch) - Elizabeth George besiegelt ihr Ende als "Queen of Crime"...

NUR EINE BÖSE TAT
Autorin: Elizabeth George
Verlag: Der Hörverlag
Auflage: November 2013
Sprecher: Stefan Wilkening
3 MP3- CD mit ca. 27 Std. 20 Min.
ungekürzte Lesung
Preis: 18,27 Euro
Krimirezension: Nicole Ludwig


Barbara Havers macht sich große Sorgen um ihren Freund Taymullah Azhar. Denn nachdem ihn seine Freundin Angelina aus heiterem Himmel verlassen und auch die gemeinsame Tochter mitgenommen hat, ist er völlig verzweifelt. Erst nach Wochen bangen Wartens steht Angelina plötzlich wieder vor Azhars Tür, allerdings ohne die kleine Haddiyah, denn die ist in Italien, wohin sich Angelina abgesetzt hatte, spurlos verschwunden. 

Als der Fall des vermissten Mädchens auch in der britischen Presse Schlagzeilen auslöst, muss die Polizei reagieren - und Inspektor Lynley reist in die Toskana, um die Ermittlungen in dem kleinen Ort Lucca zu begleiten. 

Doch alsbald gerät Azhar selbst in den Verdacht, in die Entführung des Kindes verwickelt zu sein. Barbara ist fassungslos und kämpft mit allen Mitteln darum, die Unschuld ihres Freundes zu beweisen. Bis sie einen Schritt zu weit geht... (Verlagsinfo)

Ich war einmal Fan der Inspector Lynley-Romane.

Als ich hörte, dass Elizabeth George im neuen Lynley Barbara Havers in den Vordergrund stellt und Der Hörverlag das Buch ungekürzt als MP3-Version veröffentlicht, habe ich mich auf NUR EINE BÖSE TAT wirklich gefreut.

Zu früh gefreut, denn nachdem schon GLAUBE DER LÜGE nicht mehr wirklich überzeugen konnte, ist der neue Lynley wirklich so schrecklich langweilig, dass man sich wünscht, Der Hörverlag hätte eine gekürzte Lesung herausgebracht. Dabei darf man dem Sprecher Stefan Wilkening keinen Vorwurf machen, er tut sein Bestes, um aus dem vorhandenen Text etwas herauszuholen.

Elizabeth Georges hält sich an sehr detaillierten Beschreibungen auf, braucht alleine 10 Tracks nur zur Darstellung eines Dates, bei dem sich zwei Leute nichts zu sagen haben und hilflosen Smalltalk betreiben....

Man kann der Geschichte einfach nicht konzentriert folgen, weil sie einen nicht  ins Geschehen hineinzieht, so dass die Gedanken immer wieder abschweifen.

Schon nach der ersten Stunde (es passiert eigentlich nichts), fragt man sich was das soll. Dabei gestaltet die Autorin ihre bisher sympathische Protagonistin Barbara Havers inzwischen derart dumm und unsympathisch, dass man sie schütteln möchte. Es gibt wieder und wieder Vorträge über ihre missratene Frisur und ihre Kleidung. In endlos langen Gesprächen mit der Chefin wird das Tragen einer Pudelmütze und die Haarlänge diskutiert/kritisiert.

Was passiert sonst noch so? Lord Lynley kommt nach dem Tod seiner Frau langsam wieder zu sich, es geschieht eine Entführung, für die das Buch weit über die Hälfte beansprucht und obwohl da längst die Luft raus ist, schiebt die Autorin dann auch noch einen Todesfall nach, der aufgeklärt werden muss.

Dazu gibt es reichlich Toskana. Wer ausführliche Landschaftsbeschreibungen dieser italienischen Gegend sucht, liegt bei diesem Hörbuch richtig. Wer Spannung sucht, sollte wissen: Elizabeth George hat offensichtlich keinen Spaß mehr an ihren Protagonisten und verdirbt ihn damit auch ihren Fans. Mit den früheren Lynley-Romanen (bis zum Tode von Lynleys Frau) hat das alles leider gar nichts mehr zu tun.

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