Freitag, 15. November 2013

CASH OUT - Verrückter Dschungel aus Nerds & schrägen Vögeln im Silicon Valley


Krimi-Rezension von Nicole Glücklich
Redaktionsmitglied "Bakerstreet Chronicle"

Haltet alle eure Tiefkühlerbsen fest, hier kommt der erste Roman von Greg Bardsley:

Dan Jordan ist ein erfolgreicher Mann – beruflich und familiär. Oder zumindest war er das, bis er als Redenschreiber in das Big Business des Silicon Valley einstieg.

In seiner Ehe kriselt es seither gewaltig und auch seine Karriere droht von einem Moment auf den anderen ein jähes Ende zu finden, als er von drei ehemaligen IT-Spezialisten des Unternehmens, bei dem er arbeitet, erpresst wird. 

Dabei hat er doch gerade ganz andere Probleme, so kurz nach seiner Sterilisation (Der Running Gag der Tiefkühlerbsen, die Dan dazu verwendet, um seine geschundenen Weichteile zu kühlen, wird auf dem Cover des Buches aufgegriffen, indem sie den Titel bilden)  und so kurz vor der Auszahlung seiner ersten Aktienmarge, die ihm eine Million Dollar und damit den Ausstieg aus dem digitalen Irrenhaus ermöglichen würde... 

Eines vorneweg: „Cash Out“ ist kein Kriminalroman. Das Buch wird als Thriller angekündigt und das ist er auch. Spannend und temporeich. Und dass dies auch möglich ist, ohne den Weg des Protagonisten mit Blut und verstümmelten Leichen zu pflastern, zeigt Greg Bardsley hier eindrucksvoll.

Vielmehr jagt ein skurriler Charakter den nächsten – doch im verrückten Dschungel aus Nerds und Aussteigern des Silicon Valley kann man sich selbst solch schräge Vögel wie Crazy Larry, den selbsternannten Sheriff, oder Dans heruntergekommenen Nachbarn Calhoun, der eigentlich millionenschwerer Ex-Google-Mitarbeiter ist, vorstellen.

Die Geschichte ist allerdings nicht gänzlich frei erfunden. Greg Bardsley arbeitete selbst als Redenschreiber und Ghostwriter für CEOs großer IT-Unternehmen im Silicon Valley. Genau wie sein Protagonist Dan lebt auch er in der San Francisco Bay Area. „Cash Out“ ist sein Debütroman und es bleibt zu hoffen, dass er damit nicht bereits sein gesamtes Pulver verschossen hat.

Persönliche Meinung:
5***** (von 5 möglichen)

„Cash Out“ ist ein Buch, das sich trotz seiner 450 Seiten sehr rasch und flüssig lesen lässt, da es mit immer neuen Wendungen und skurrilen Typen aufwartet und so den Spannungsbogen ständig aufrecht hält.

Natürlich hätte sich die Geschichte des Typen, der nur noch drei Tage arbeiten muss, bis er Millionär ist, auch schneller erzählen lassen – aber ganz sicher nicht so humorvoll. Und so mancher Angehörige des Silicon Valley wird sich hier wohl wiedergefunden haben, wenn auch vielleicht eher peinlich berührt als mit stolzgeschwellter Brust.

Ob Dan es am Ende schafft, die 72 Stunden bis zu seiner Million durchzuhalten, ohne von seinem Chef, den Ex-ITlern oder seiner Frau gekillt zu werden? Nun, den Höllentrip müsst ihr schon selbst mit ihm durchmachen.

Wer danach so begeistert ist, dass er sich gerne regelmäßig von Crazy Larry beschimpfen und einschüchtern lassen möchte, dem sei Larrys Mailingliste auf der Webseite des Autors www.gregbardsley.com empfohlen ;-)

CASH OUT
Autor: Greg Bardsley
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Verlag: rororo
Übersetzung: Jürgen Bürger
Preis: 9,99 Euro
Preis eBook-Version: 9,99 Euro

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