Dienstag, 1. Oktober 2013

DIE WAHRHAFT COOLEN KILLER - Krimi-Hörspiel von Chester Himes



Am Freitag (04.10.13) um 22:03 Uhr sendet SWR2 das Krimihörspiel DIE WAHRHAFT COOLEN KILLER nach Chester Himes, den zweiten Teil der Harlem-Trilogie. Das Video zeigt das "Making of" zum Hörspiel. (Lief zuletzt im Mai 2011)

An der Theke steht ein Mann, ein Weißer. Er ist zur falschen Zeit am falschen Ort; auf eine Messerstecherei folgt eine wilde Flucht. Ein Schuss löst sich, und der Weiße liegt tot auf der Straße. Für die beiden Cops Grave Digger Jones und Coffin Ed ein klarer Fall. 

Doch dann stellt sich heraus, dass die vermeintliche Tatwaffe nur eine Schreckschusspistole ist. Im Handgemenge verliert Coffin Ed die Nerven und erschießt einen Schwarzen. Er wird vom Dienst suspendiert, und Grave Digger gerät allein zwischen die Fronten. Er löst den Fall mit einer Methode, die in keinem Gesetzbuch vorgesehen ist. 

Chester Himes, (1909-1984) geboren am 29. Juli in Jefferson City/Missouri. 1927 kam er als schwarzer Student an die Ohio State University, musste das Studium jedoch wegen krimineller Delikte abbrechen. 1928 verübte er einen bewaffneten Raubüberfall und wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Schon im Gefängnis schrieb er Kurzgeschichten,1936 wurde er vorzeitig entlassen. 1940 zog Chester Himes nach Kalifornien und arbeitete in der Werftindustrie. Seine Erfahrungen in der Arbeitswelt, mit Rassismus, den Gewerkschaften und kommunistischen Aktivitäten schlugen sich in seinen ersten Romanen nieder. 

Von verschiedenen Seiten erntete er jedoch herbe Kritik. Himes fühlte sich in den USA missverstanden. 1953 ging er nach Frankreich. Er hatte kein Geld, konnte kaum Französisch und bewegte sich unsicher durch die Literaturszene. 

Marcel Duhamel, der beim französischen Verlag Gallimarddie renommierte »série noir« herausgab, überredete Himes 1957 zu seinem »Harlem Zyklus«, obwohl Himes Harlem kaum kannte. 1958 gewann »A Rage in Harlem« (»Die Geldmacher von Harlem«) als erster Titel eines englischsprachigen Autors den »Grand Prix de la Littérature Policière«. Nun wurde Himes in Europa als Kult-Autor gefeiert. 

In den USA hingegen konnte er sich überhaupt nicht durchsetzen. Nur aus einem einzigen seiner zahlreichen Krimis, »Cotton comes to Harlem«, wurde ein (nicht allzu erfolgreicher) Kinofilm. Mit seiner zweiten Frau, die er 1978 heiratete, lebte ChesterHimes bis zu seinem Tod 1984 in Spanien. (Quelle Text: SWR2) 

Aus dem Amerikanischen von Alex Bischoff 
Erzähler: Martin Semmelrogge 
Coffin Ed: Engelbert von Nordhausen 
Grave Digger: Udo Schenk 
Sonny Pickens: Ferdinand Dörfler 
Scheich: Martin Bross 
Sissie: Linda Olsansky 
Sugartit: Effi Rabsilber 
Komposition: Carsten Meyer 
Hörspielbearbeitung und Regie: Martin Heindel 
Produktion: SWR 2010 
Länge: 54 Minuten 

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