Sonntag, 8. September 2013

DER HÄNDLER DER VERFLUCHTEN BÜCHER - Temporeicher Mittelalter-Thriller

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

Venedig 1218: Der Reliquienhändler Ignazio da Toledo erhält den Auftrag, das gefährlichste Buch der Welt zu beschaffen. In alten Schriften heißt es: Wer das "Uter Ventorum" besitzt, wird zum Herrscher des Universums. 

Auf der Suche nach der Handschrift gerät Ignazio in ein tödliches Intrigenspiel. Jemand scheint alle seine Schritte vorauszuahnen. Dunkle Mächte wollen das Buch um jeden Preis und um es in ihren Besitz zu bringen, schrecken sie vor nichts zurück. (Verlagsinfo)

Ignazio da Toledo, belesen, geheimnisumwittert und weit gereist, begibt sich zusammen mit Willalme de Beziers und dem Jungen Uberto auf eine Reise. Er möchte die Rätsel, die ihm gestellt werden, lösen und das Buch beschaffen. Eine mächtige Geheimorganisation ist jedoch auch hinter dem Buch her. Die Mitglieder dieser Organisation scheinen überall Freunde zu haben und sind immer bereits vor den Dreien am Reiseziel. 

Der Roman von Marcello Simoni ist spannend geschrieben. Historisch wichtigen Orte z. B. der Markusdom in Venedig, Santiago de Compostela, Toulouse und Ereignisse wie der Kinderkreuzzug werden ausführlich beschrieben. 

Im Verlauf der Handlung tauchen Katharer, Templer, Alchimisten sowie weitere geheimnisumwitterte Organisationen auf. Das wirkte auf mich etwas zu überladen und zu konstruiert.

Persönliche Meinung: 
3,5 Sterne (von 5 möglichen)

Die zu lösenden Rätsel, die Kenntnisse in verschiedenen Sprachen, in Geometrie, Sternenkunde und Bibelkunde voraussetzen, fordern Ignazio und seine Helfer heraus und lassen miträtseln. Hier kämpfen die Guten gegen die Bösen, so manch ein Protagonist gehört jedoch nur scheinbar zu den Guten und manch ein Bösewicht wechselt die Seiten. Auch das ist manchmal nicht so ganz nachvollziehbar.

Der Reliquienhändler Ignazio da Toledo, eine Art mittelalterlicher Superheld, der in ausweglosen Situationen ständig Rettung erhält, bleibt auf Distanz zum Leser. Zwar erfährt man sehr viel über seine Vergangenheit, dennoch bleibt er unnahbar. Auch Wilalme wird näher charakterisiert, zudem wird beschrieben wie sich die beiden Freunde kennengelernt haben.

Ein temporeicher Mittelalter-Thriller, der an viele historische Orte entführt und mich etwas an "Der Name der Rose" erinnerte.

DER HÄNDLER DER VERFLUCHTEN BÜCHER ist broschiert (368 Seiten) im Emons Verlag in einer Übersetzung von Barbara Neeb und Katharina Schmidt für 14,95 Euro erschienen.

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