Mittwoch, 28. August 2013

MORD IM BESTEN ALTER - Ironischer Blick hinter die Kulissen einer Seniorenresidenz

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

In der Idylle von Haus Waldesruh soll sich Maja von den Folgen eines Unfalls erholen. Schon bald merkt sie, dass es mit der beschaulichen Ruhe in der Seniorenresidenz nicht weit her ist: Mysteriöse Sterbefälle häufen sich, Wertsachen verschwinden spurlos und das Personal geht auch nicht gerade zimperlich mit den Bewohnern um. 

Majas Beobachtungen münden in wachsender Angst. Werden hier alte Leute systematisch zu Tode gepflegt? (Verlagsinfo)

Maja, 68 Jahre alt, kommt in das Alten- und Pflegeheim Waldesruh, nachdem sie durch einem Sturz von einem Baum im Krankenhaus gelandet ist und ihr prognostiziert wurde, sie würde ein Pflegefall bleiben. 

Die sympathische Maja, Lebensgefährtin eines verstorbenen Künstlers, bereut jedoch ihre Entscheidung, da sie körperlich immer fitter wird. Sie fühlt sich noch nicht alt genug für dieses Heim. Sie würde gerne wieder nach Hause zurückkehren. Das ist allerdings nicht so einfach.

Maja schaut sehr genau hin, was im Pflegeheim so vor sich geht und bekommt einen detaillierten Einblick in die Zustände, die in dieser Seniorenresidenz herrschen. Das Personal ist überlastet, der Zivildienstleistende kann überhaupt nicht umgehen mit den alten Leuten und der Direktor ist etwas sonderbar und hat seine eigenen Interessen.

Zwar noch etwas eingeschränkt durch ihren Unfall, trotzdem versucht Maja zu ermitteln, warum ihre Freundin aus dem Fenster gestürzt ist, warum die Wertsachen der Zimmergenossin verschwunden sind und was ihre gut betuchte Freundin für Probleme hat. Hilfe bekommt sie von dem unkonventionellen Moser, ein 68er, der ab und an gerne einen Joint raucht und gerne mal etwas über die Stränge schlägt.

Persönliche Meinung: 
5 ***** (von 5 möglichen)

Dieser etwas andere Krimi vermittelt einen Einblick in den trostlosen Alltag eines Alten- und Pflegeheims. 

Sorgen und Nöte der Bewohner sowie des Personals werden von Lisa Lercher detailliert erzählt. Teilweise schlägt die Autorin einen etwas ironischen Ton an, dabei spricht sie Tabuthemen wie z. B. Sex im Alter genauso an, wie Missbrauch an hilflosen Personen.

Für einige Wörter hat die Autorin einen österreichischen Dialekt gewählt. Diese werden im angefügten Glossar erklärt. 

Ein ungewöhnlicher Krimi, der spannend erzählt ist und mit einem erschreckenden Szenario, das leider nicht so abwegig ist, aufwartet.

MORD IM BESTEN ALTER ist als Taschenbuch (220 Seiten) im Haymon Verlag für 9,95 Euro erschienen. Die eBook-Version ist für 7,99 Euro erhältlich.

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