Dienstag, 27. August 2013

HERRN PETERMANNS UNBEDINGTER WUNSCH NACH RUHE und dessen originell tödliche Folgen

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Es ist diese Ruhe, die Leo Petermann, Exchef des Softwareriesen "Pythagoras", in das Haus über dem See lockte. Er beschäftigt sich mit seiner Kunstsammlung, seinen Büchern, erfreut sich an seinen Rosen, hat nun Zeit zum Schreiben, einem Jugendtraum. Hin und wieder genießt er die Wärme seiner Geliebten. Vor allem aber badet er regelrecht in der Stille der Landschaft.

Doch auf einmal ist es damit vorbei. In unmittelbarer Nachbarschaft stellen junge Motorradfreaks den Alltag auf den Kopf. Die Kakophonie des Lärms lässt die kleine heile Welt in tausend Teilchen zerspringen. Aber Petermann ist entschlossen, seinen Garten Eden zu verteidigen. Er sorgt auf seine Art dafür, dass der Frieden in seinen beschaulichen Weiler zurückkehrt.Leo Petermann geht seinen Neigungen nach: der vermögende Privatier genießt die absolute Ruhe seines Landsitzes und widmet sich seinen Hobbys. Das nötige Kleingeld dafür fließt aus den Anteilen seines Konzerns, für den er nur noch sporadisch als Berater tätig ist. 

Die friedliche Welt des ehemaligen Managers wird allerdings empfindlich gestört, als sein Nachbar stirbt. Kaum ist der alte Mann unter der Erde, übernimmt dessen Enkel das Regiment auf dem Anwesen, mit seinen Kumpanen terrorisiert er die Bewohner des Weilers mit endlosem Dauerlärm. Leo Petermann wird schnell klar, dass weder Geld noch gute Worte den jungen Mann zur Einsicht bringen werden. Und dann ist da noch sein Stiefsohn. Dieser hat sich mit einem zwielichtigen Geschäftspartner eingelassen, der offensichtlich mit kriminellen Finanzgruppen kooperiert. Eine radikale Lösung muss her, hier wie dort. 

Wie gut, dass Petermann nach wie vor über ein exzellentes Netzwerk verfügt, das sich darauf spezialisiert hat, Probleme ganzheitlich anzugehen und final zu beseitigen. (Verlagsinfo)

Persönliche Meinung:
4,5 Sterne (von 5 möglichen)

Herr Petermann ist Mathematiker und Programmierer. Er sucht immer nach perfekten Lösungen gegen auftretende Störungen seines idyllischen und friedlichen Lebens im ländlichen Raum, nach erfolgreich absolviertem Berufsleben. 

Hierbei greift er gerne und gekonnt auf sein Netzwerk guter Freunde und lieber Bekannter zurück.

So gelingt ihm durch zwei Mordtaten einen störenden Nachbarn zu beseitigen und dann den einzigen Beobachter seiner ersten Tat aus dem Wege zu räumen. 

Die zur Ermittlung und Aufklärung des ersten Mordes erscheinende Polizeibeamtin kommt ihm zwar auf die Spur, kann ihn aber aufgrund ihrer außerberuflichen Aktivitäten (Programmiererin!) verstehen und hilft ihm sogar letztendlich beim „perfekten Verbrechen“.

Die Geschichte von Michael Böhm ist originell, die auftretenden Charaktere sind vielschichtig angelegt, die Sprache ist ausgesucht und zeugt von großem Erzähltalent des Verfassers. 

Trotz der Voraussehbarkeit des Geschehens baut der Verfasser genügend Spannung auf und hält sie bis zum Finale durch.

HERRN PETERMANNS UNBEDINGTER WUNSCH NACH RUHE ist gebunden (169 Seiten) im Bookspot Verlag für 14,80 Euro erschienen.

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