Dienstag, 9. Juli 2013

IN STILLER WUT - "Six Feet Under" meets "Großstadtrevier"

Krimi-Rezension von Stefanie D. Sterl

Der Leichnam auf dem Tisch von Theo Matthies ist für den jungen Bestatter ein ungewöhnlicher Fall: Reinhold Lehmann ist an Tollwut gestorben, infiziert offenbar durch einen Fledermausbiss. 

Noch irritierender für Theo: der Tote war einer seiner Mitschüler. Als kurze Zeit darauf ein weiterer Tollwuttoter - und ebenfall ein Schulfreund - bei Theo landet, ist der Bestatter alarmiert. 

Die Konfrontation mit der Vergangenheit zwingt ihn, sich mit seiner Rolle in einem bösen Spiel auseinanderzusetzen, das sich vor vielen Jahren zugetragen hat ... (Verlagsinfo)

Der Kriminalroman IN STILLER WUT war für mich in jeglicher Hinsicht Premiere, da ich von der in Hamburg geborenen Medizinredakteurin Christiane Fux noch nichts gelesen hatte.  Dies ist der 2. Krimi der Reihe nach dem Vorgängerroman:  DAS LETZTE GELEIT. Ohne den Vorgänger zu kennen, hat mir dieser Kriminalroman eine neue angenehme und vor allem kriminelle Erfahrung beschert. Kurz gesagt: Der Roman macht Lust auf mehr!

Die relativ kurzweilige Story ist im Klappentext ausreichend beschrieben, deshalb möchte ich diesmal  nichts weiter dazu schreiben. Insbesondere die Protagonisten haben mir gut gefallen, auf welche die Autorin ohnehin hauptsächlich den Fokus legt. 

Persönliche Meinung: 
3,5 Sterne (von 5 möglichen)

Mit der Hauptfigur des Hamburger Bestatters Theo Matthies hat Fux einen charismatischen und vor allem sympathischen Charakter kreiert, dem der Leser durch eine intelligente und krimigerecht spannend aufgebaute Story folgt. 

Neben der Aufklärung des klassischen Mordfalls entführt Christiane Fux ihre Leser vor allem in das Leben ihrer Hauptfigur, das sich (schon Dank seines Arbeitsplatzes, ein Bestattungsunternehmen) originell und mit viel schwarzem Humor gestaltet. Natürlich auch mit einer Portion Emotionalität, die dem Roman den nötigen Tiefgang verleiht.

Last but not least lässt es sich Fux nicht nehmen, mit Theo Matthies zweitem Fall eine Liebeserklärung an ihre Hansestadt Hamburg zu machen, die sie wohl in ihrer Wahlheimat München vermisst.

Fazit: IN STILLER WUT ist ein "Six Feet Under meets Großstadtrevier-Spaß" und ein typischer Hamburg-Krimi mit kauzigen Charakteren, kuriosen Wendungen und viel schwarzem Humor. 

Kein literarisches Meisterwerk, aber auch absolut kein Kandidat für Langeweile oder Spannungsarmut. 

Christiane Fux lässt jedoch noch Spielraum nach oben, weshalb ich mit den Sternen zurückhaltend war, weil ich mir von ihren (hoffentlich) nachfolgenden Werken noch mehr erhoffe. 

IN STILLER WUT ist als Taschenbuch (Seiten) bei PIPER für 9,99 Euro erschienen. Die eBook-Version ist für 8,49 Euro erhältlich.

Anm. KK: Nachdem sich auf dem Cover zu DAS LETZTE GELEIT noch humorvoll eine Motte räkelte, ist hier nun wieder der obligate Vogel abgebildet :-(

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