Mittwoch, 3. Juli 2013

DER LETZTE WILLE - Denise Mina ist eine begnadete schottische Geschichtenerzählerin

Krimi-Rezension von Dani Nimz

Paddy Meehans Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie erfährt, dass ihr ehemaliger Liebhaber und Mentor Terry in einer schäbigen Hütte brutal hingerichtet wurde. Je mehr Nachforschungen Paddy anstellt, desto klarer wird, dass sie längst im Visier des Killers ist. 

Doch wer steckt dahinter: Die IRA oder Terrys Job als Auslandskorrespondent? Auf dem Dachboden in Terrys ehemaligen Haus scheint Paddy den Schlüssel zu allem zu finden ... (Verlagsinfo)

„Der letzte Wille“ ist der mittlerweile dritte Teil einer auf fünf Teile angelegten Story, in der es um die Journalistin Paddy Meehan geht. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Was auf den ersten Blick an Paddys Welt klischeehaft erscheint, weist bei näherer Betrachtung sehr viel Liebe zum Detail auf, lässt uns teilhaben am Nordirlandkonflikt der 80er/90er Jahre, gibt uns Einblick in die protestantisch-katholische Spaltung der irischen, nordirischen und auch der schottischen Gesellschaft, die bis heute besteht.

Zwar ist sie nicht mehr in dieser Ausprägung spürbar, aber dennoch manifestiert sie sich bis heute beispielsweise durch die Tatsache, dass es in jede größere Stadt zwei Top-Fußballteams gibt, eines mit mehrheitlich katholischer, eines mit überwiegend protestantischer Anhängerschaft.

Denise Mina ist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Ihre Romane sind atmosphärisch dicht, sehr gut ausgeleuchtet und in den allermeisten Fällen in sich stimmig. Zu lesen, wie Denise Mina ihre Figuren beschreibt, ist der reine Genuss. 

Im Vergleich zu den beiden Vorgängerromanen fällt „Der letzte Wille“ ein wenig ab, aber der Hintergrund, die Ausgestaltung des Rahmens macht ein gewisses Holpern im Verlauf und der Logik der Story mehr als wett. 

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Paddy fasziniert mich und ich weiß schon jetzt, dass ich sehr traurig sein werde, wenn ich Band 5 gelesen habe.

DER LETZTE WILLE ist als Taschenbuch (480 Seiten) bei Heyne in einer Übersetzung von Conny Lösch für 9,99 Euro erschienen. 

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