Samstag, 15. Juni 2013

RICHTER - Spannend erzählte Geschichten über das Verhältnis von Justiz und Mafia in Italien

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Drei herausragende Schriftsteller, drei glänzende Erzählungen, drei mutige Richter im Kampf gegen das Verbrechen.

"Wenn ein Richter zu viel weiß, aber nichts in der Hand hat, kommt es vor, dass sie ihn abknallen."
Die Kriminalität blüht in Bella Italia. Camilleris sizilianische Mafiosi haben mit einem gebäckliebenden Richter zu kämpfen. Lucarellis begehrenswerte Ermittlungsrichterin mit den Terroristen in Bologna um 1980. Und De Cataldo lässt einen Staatsanwalt von Recht und Gerechtigkeit träumen. (Verlagsinfo)

Das Verhältnis von Justiz und Mafia in Italien wird in diesem Buch aus dem Klett Cotta Verlag anhand dreier Geschichten von drei italienischen Autoren beinahe gleichnishaft erzählt :

Andrea Camilleri lässt seinen Richter als einen furchtlosen und untadeligen Menschen nach Sizilien gelangen, der die Mafia in seinem Bezirk wirksam bekämpft, weil er in naiver Unkenntnis der Sitten und Gebräuche unbeirrbar seinen Pflichten nachkommt.

Giancarlo De Cataldos „Bambina“, eine zarte, mädchenhafte Ermittlungsrichterin in Bologna, soll als erste Amtshandlung einen völlig harmlos und einfach erscheinenden Konkursfall bearbeiten. 

Hierbei stößt sie überraschend auf eine völlig verwirrende Verschwörung von Geheimdienstlern, Rechtsextremisten und der Mafia. Sie kann plötzlich niemand mehr trauen. Einzig ihr selbstloser Personenschützer und, nach seiner Ermordung, ein ehemaliger Arzt, der untergetaucht ist, sind ihre Helfer. 

Carlo Lucarellis Staatsanwalt ist beinahe traumatisiert, weil er in Kindheit, Jugend und später im Beruf immer wieder seinem Erzfeind, der sich nicht an Recht und Gesetz hält, unterliegt, bis er endlich ausreichend Beweismittel in der Hand hat, um ihn „besiegen“ zu können.

Persönliche Meinung:
5***** (von 5 möglichen)

Die hier geschilderten kleinen oder größeren Siege der Gerechtigkeit und der Justiz sind nur Nadelstiche, aber nicht geeignet, das Problem der Mafia zu beseitigen.

Die Geschichten dieser Autoren sind nuanciert erzählt, jeweils passend zu den Zeiten, in denen sie spielen. 

Jedem Autor gelingt es mühelos, den Leser zu fesseln und gut zu unterhalten. Es ist beinahe schade, dass es nur ein schmaler Band ist!

RICHTER ist gebunden (172 Seiten) bei Klett-Cotta in einer Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel für 16,95 Euro erschienen.

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