Samstag, 4. Mai 2013

PLATZHIRSCH - Die Krimihandlung steht bei diesem Nicola Förg-Krimi wieder im Vordergrund

Krimi-Rezension Jörg Völker

Eine ermordete Biologin und ein Elch als einziger Zeuge – nicht die besten Voraussetzungen für die Ermittlungen von Irmi Mangold und Kathi Reindl, doch schon bald tauchen erste Verdächtige auf. Hatte sich die Jägerin, die Rehe lieber im Wald als auf dem Teller sieht, mit den falschen Leuten angelegt? Vielleicht mit einem Wilderer? 

Ein feudales Jagdhaus inmitten saftiger Weiden und dunkel wogender Tannen, die ihre nadelbehangenen Finger wie grüne Gespenster nach Irmi ausstrecken – märchenhafter könnte der Anblick kaum sein, wäre das Schneewittchen, das so friedlich im Schuppen liegt, doch nur eine schlafende Prinzessin und nicht die ermordete Gutsbesitzerin: Regina von Braun, bekannte Biologin, Jägerin und Forstwirtin, hatte sich mit ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihrer großen Klappe nicht nur Freunde gemacht. 

Von der Auseinandersetzung mit ihrem Exfreund, einem Forstwirt und Großgrundbesitzer mit völlig anderen Ansichten, zeugt sogar eine Fernsehdebatte. Aber sind Abschusszahlen und fiese Wilderei Grund genug für einen Mord? Und was zum Geier hat das mit einem Tagebuch zu tun, das sich auf Reginas gut verstecktem Laptop befindet? (Verlagsinfo)

Ein Kriminalroman von Nicola Förg, welcher nicht nur gut unterhält, sondern auch über Besonderheiten der Heimatgeschichte wie das Schicksal der sog. „Schwabenkinder“ berichtet und zahlreiche Argumente für und wider den Schutz des Jagdwildes in Abgrenzung zum Schutz des Waldes liefert.

Dies alles ist eingebettet in die Ermittlung nach dem Mord an einer engagierten Biologin und Waldbesitzerin.

Persönliche Meinung: 
4 (von 5 möglichen)

Die Aufklärung ist schwierig und kompliziert, da die Tote nicht unumstritten war, führt daher auf diverse Irrwege, wird aber spannend erzählt.

Die Charaktere des bewährten Ermittlerduos Irmi Mangold und Kathi Reindl werden weiterentwickelt, manche (Familien-) Geheimnisse werden enthüllt oder zumindest teilweise geklärt.

Mir gefällt der Roman „Platzhirsch“ wesentlich besser als „Mordsviecher“, da hier der Mord und seine Aufklärung die Handlung dominieren.

PLATZHIRSCH ist als Taschenbuch (320 Seiten) bei Pendo für 14,99 Euro erschienen.

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