Dienstag, 28. Mai 2013

FLESH & BLOOD - Harter Polizei-Roman mit Fokus auf Personen und ihre Vergangenheit

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Ein junger Undercover-Polizist wird erschossen. Vor den Augen seiner Kollegen regelrecht hingerichtet. Bei einem Einsatz, von dem nur eine kleine Eliteeinheit wusste. Der leitende Detective Tom Beckett ahnt, dass er einen Maulwurf in seinen Reihen hat. Jemanden, der die Ermittlungen gegen Brightons brutale Drogengangs untergräbt. 

Und er weiß, dass er nur noch einem einzigen Mann vertrauen kann: Sergeant Minter. Ein junger ehrgeiziger Mann, den Beckett nicht in seinem Team haben wollte und der nun gegen die einzige Familie ermitteln soll, die er je kannte: seine Kollegen. Gemeinsam nehmen die beiden den Kampf auf. (Verlagsinfo)

Mark Peterson ist ein neuer britischer Autor, der mit „Flesh & Blood“ ein höchst beeindruckendes Debüt abgeliefert hat. Die Geschichte spielt in Brighton, dem Seebad, das im Laufe der Zeit einiges von seinem Glanz verlorenen hat. 

DCI Beckett ermittelt bereits seit einiger Zeit gegen Alan Day, den Kopf eines Drogenrings, den er unter allen Umständen hinter Gitter bringen möchte. Aber die finale Operation geht gründlich schief und der Tod eines Undercover arbeitenden Kollegen lässt ihn den letzten Rest Vertrauen zu seinem Team verlieren. 

Misstrauen prägt den Umgang miteinander, eine mehr als ungute Situation für DS Minter, der neu ins Team kommt, und von Beginn an zwischen allen Stühlen sitzt. Einerseits möchte er das Vertrauen seiner Kollegen gewinnen und Teil der Truppe werden, andererseits soll er aber für Beckett Augen und Ohren offenhalten, um den Verräter in den eigenen Reihen zu entlarven.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

“Flesh & Blood“ ist ein Polizei-Roman, dessen Schwerpunkt allerdings weniger die Kriminalgeschichte als vielmehr die handelnden Personen und deren Vergangenheit ist. Alle haben eine Geschichte und sind von Menschen, denen sie auf ihrem Lebensweg begegnet und Ereignissen, die ihnen zugestoßen sind, geprägt worden. Und das wirkt bis in die Gegenwart hinein.

Peterson erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven und die Charakterisierungen der Figuren sind die wahre Stärke dieses Thrillers. Geradlinig und schnörkellos, stellenweise äußerst hart und brutal, aber dennoch immer realistisch und nachvollziehbar – ein toller Auftakt, der Lust auf mehr macht!

FLESH & BLOOD ist als Taschenbuch (384 Seiten) bei Rowohlt in einer Übersetzung von Karen Witthuhn für 9,99 Euro erschienen.

1 Kommentar:

  1. Das hört sich wirklich interessant an. Ich bin normalerweise nicht der typische Krimileser, da unglaublich viele Krimis sehr flache Charaktere haben. Aber diese Rezension weckt Lust auf mehr. Besonders die als brutal geschilderte Atmosphäre wirkt auf mich irgendwie anziehend ;)

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