Mittwoch, 8. Mai 2013

BEDROHT - Typische Stalker-Geschichte

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Anna, Redakteurin bei einer Familienzeitschrift, steht ein arbeitsreiches Wochenende bevor. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Trude und Sissela quartiert sie sich in einem Hotel ein, um Konzept und Ausrichtung der Zeitschrift zu diskutieren. Abends in der Bar lernen sie Erik kennen. Es ist Anna, die schließlich in Eriks Bett landet. Ohne jede Verpflichtung, wie sie sich gegenseitig beteuern. 

Kaum zurück im Büro, findet Anna eine Mail von Erik. Er will sie unbedingt wiedersehen. Anna lässt sich darauf ein. Wieder haben sie Sex, und wieder will Anna einen Schlussstrich ziehen. Aber Erik lässt sich nicht abservieren. Er ruft an. Schreibt Mails. Taucht vor ihrem Haus auf. Drückt auf die Tränendrüse. Droht ihr. Entschuldigt sich dann tausendmal. Anna bekommt Angst. Panik, dass ihr Fehltritt auffliegt. Und trifft eine Entscheidung, die ihr Leben zerstört. (Verlagsinfo)

„Bedroht“ ist nach „Entführt“ der zweite Psychothriller des schwedischen Autors Hans Koppel. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der Schriftsteller Petter Lidbeck, den man in Skandinavien hauptsächlich wegen seiner Kinderbücher kennt. Aber jeder der „Entführt“ gelesen hat weiß vermutlich, dass ihn auch bei „Bedroht“ keine Märchenstunde erwartet.

Es geht in dem neuen Thriller von Hans Koppel um Stalking und bei diesem Schwerpunkt natürlich auch um die Obsessionen der männlichen Hauptfigur. Und leider hat es der Autor nicht geschafft, diesem Thema neue Facetten hinzuzufügen. 

Aber wie sollte er auch? Die Rollen sind bei Stalker-Geschichten immer gleich verteilt: hier Opfer, da Täter, Verfolgungen, Belästigungen – bis schließlich einer der beiden keinen Ausweg mehr sieht und die Konsequenzen zieht, meist tödlich. Nichts Neues also und schon sehr oft gelesen.

Koppel schreibt schlicht und stellt keine große Anforderungen an seine Leser, der Plot ist dünn und durchsichtig, die Personen sind nur oberflächlich charakterisiert und waren mir beide sehr unsympathisch – für mich war dieser Psychothriller enttäuschend, bin ich doch von skandinavischen Autoren weitaus Besseres gewohnt.

BEDROHT ist broschiert (416 Seiten) bei Heyne in einer Übersetzung von  Lotta Rüegger &  Holger Wolandt  für 14,99 Euro erschienen.

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