Freitag, 12. April 2013

ZEIG MIR DEN TOD - Eltern zwischen tiefster Verzweiflung und aufkommender Hoffnung

Krimi-Rezension von Petra Querfurth

Der Schauspieler Günther Assmann glaubt sich vor dem internationalen Durchbruch. Hinter den Kulissen hat er viel dafür getan: intrigiert, gelogen, betrogen. Als kurz vor der entscheidenden Premiere seine Kinder Marius und Rebecca verschwinden, zerbricht die schöne Welt von Schein und Sein – und ein perfides Spiel beginnt. 

Der Entführer will kein Geld, sondern stellt Rätselaufgaben. Die Lösung soll Assmann auf der Bühne darbieten, sonst sterben die Kinder. Viel Zeit bleibt ihm nicht: Rebecca benötigt lebenswichtige Medikamente. Um sie zu retten, muss Kommissar Ehrlinspiel den Fall so schnell wie möglich lösen ... (Verlagsinfo)

Kein leichter Fall für Kommissar Ehrlinspiel – eine Geschichte von gescheiterten Lebensentwürfen, obsessiver Liebe und Lügen, bei der für mich nur die Frage offenblieb: wer ist hier eigentlich Opfer und wer Täter?

Bei der Suche nach den verschwundenen Kindern merkt Ehrlinspiel schnell, dass hier nicht nur die Eltern etwas zu verbergen haben. Auch die Mitschüler des achtzehnjährigen Sohnes Marius verhalten sich seltsam und abweisend. Der Vater Günther Assmann tut sich schwer mit der Entscheidung, ob er auf die Forderungen des Entführers eingehen soll, steht doch seine Karriere auf dem Spiel.

Erst als Kommissar Ehrlinspiel auf ein lange vergangenes Ereignis in der Familie stößt und die Eltern damit konfrontiert, überschlagen sich die Ereignisse.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Petra Busch schrieb mit  „Zeig mir den Tod“ ihren dritten Kriminalroman. Für ihr Krimidebut „Schweig still, mein Kind“ erhielt sie den begehrten Friedrich-Glauser-Preis.

Spannend lotet sie das Gefühlswirrwarr der betroffenen Eltern zwischen tiefster Verzweiflung und aufkommender Hoffnung aus.

Die Spannung wird durch die Erzählungen einer unbekannten Person, die vor den Trümmern ihres Lebens steht und eine Verzweiflungstat ahnen lässt, noch ins Äußerste gesteigert.

Gekonnt schildert Petra Busch die wechselseitigen Beziehungen der Hauptpersonen und das dadurch entstandene Dilemma ihres Lebens.

Ein guter Schreibstil und natürlich der sympathische Kommissar Ehrlinspiel, der wieder in Freiburg ermittelt, ergeben einen guten, lesenswerten Kriminalroman, in dem nicht die Ermittlungsarbeit sondern die gut gezeichneten Charaktere, mit ihren menschlichen Unzulänglichkeiten im Vordergrund stehen.

ZEIG MIR DEN TOD ist als Taschenbuch (432 Seiten) bei Knaur TB für 9,99 Euro erschienen.

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