Samstag, 6. April 2013

ZEICHEN IM SCHNEE - Stimmiger Alaska-Krimi von Melanie McGrath

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Geliebt und gefürchtet zugleich – das Iditarod, das längste und gefährlichste Schlittenhunderennen der Welt, hat in Anchorage begonnen. Die Arktis-Jägerin Edie Kiglatuk ist zur Unterstützung ihres Exmannes Sammy dabei, der bei dem Rennen startet. 

Kaum angekommen, entdeckt die Inuk-Frau jedoch eine Babyleiche im Wald, erfroren, in Tücher gewickelt, mit einem umgekehrten Kreuz aus Asche bemalt. Schnell nehmen die Ermittler in Anchorage die Gemeinde der Altgläubigen ins Visier, auf deren Land Edie das tote Baby gefunden hat. 

Doch Edie glaubt nicht an Opfermorde. Vielmehr führen ihre Ermittlungen in den Umkreis der Protagonisten des Wahlkampfs um den Gouverneursposten von Alaska. (Verlagsinfo)

Mensch, Tier und Natur - schon immer fand ich die Leistung der Musher, die sich mit ihren Husky-Gespannen bei dem Iditarod-Schlittenhunderennen durch die unwegsame Eiswüste Alaskas kämpfen, absolut beeindruckend. Deshalb habe ich mich auch sehr auf den zweiten Krimi von Melanie McGrath "Zeichen im Schnee" gefreut, nachdem mir schon der Erstling "Im Eis" ausgesprochen gut gefallen hat.

Neben dem ungewöhnlichen Setting wartet die britische Autorin auch noch mit einer etwas anderen Ermittlerin auf, Edie Kiglatuk, einer Bärenjägerin, die zum Stamme der Inuit gehört. Edie ist eine trockene Alkoholikerin, hat früher auch schon unterrichtet, ist von Sammy geschieden, zu dem sie aber noch immer einen freundschaftlichen Kontakt pflegt, nun mit dem Polizeichef Derek Palliser liiert, was dazu führt, dass sie sich schon das eine oder andere Mal an Ermittlungen beteiligt – meist ungefragt, aber immer mit Erfolg, denn ihren Instinkten kann Edie trauen.

So auch im aktuellen Fall der toten Babys, die für die offiziellen Stellen den Vorwand liefern, die "Altgläubigen", eine orthodoxe Sekte, unter die Lupe zu nehmen. Edie bezweifelt diesen Zusammenhang, ermittelt deshalb auf eigene Faust und sticht in ein Wespennest aus korrupten Politikern und Polizisten, Machtgier und Missbrauch.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

McGrath hat im Vergleich zu ihrem ersten Buch dazugelernt: Die Personen sind wesentlich detaillierter und differenzierter beschrieben, was deren Handlungen um einiges verständlicher macht, die Naturbeschreibungen wecken Sehnsucht nach Alaska, die Geschichte ist spannend, die Handlung wird flüssig erzählt und die Auflösung ist schlüssig und nachvollziehbar.

Das Schlittenhunderennen an sich ist zwar nur ein Nebenhandlungsstrang, trägt aber zu der stimmigen Atmosphäre dieses Alaska-Krimis bei. Von daher wurden meine Erwartungen voll erfüllt.

Bitte mehr davon, Mrs McGrath!

ZEICHEN IM SCHNEE ist broschiert (448 Seiten) bei Kindler in einer Übersetzung von Margarethe und Sabine Längsfeld für 14,95 Euro erschienen.

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