Freitag, 26. April 2013

NACHTS KOMMT DIE ANGST - Spannendes Spiel mit unseren Urängsten

Krimi-Rezension von Petra Querfurth

Um einer gescheiterten Beziehung zu entkommen, zieht sich die Malerin Alexandra in ein Dorf in der Uckermark zurück. Schon ihre Anreise im Zug steht unter keinem guten Stern – auf den Gleisen wird eine tote Frau entdeckt. 

Auch das alte Haus, das sie gemietet hat, erweist sich als wenig einladend. Alexandra erfährt, dass ihre Vormieterin spurlos verschwunden ist und unlängst fünf Frauen in der Gegend getötet worden sind. 

Die Spannung im Dorf wird schier unerträglich, als die Kellnerin aus der einzigen Kneipe ermordet aufgefunden wird. Alexandra glaubt durchzudrehen – vor allem ein Mann kommt ihr verdächtigt vor: Harris, der Polizist, der sie so freundlich umgarnt. (Verlagsinfo)

Schon die erste Nacht in ihrem neuen Domizil wird für Alexandra zum Albtraum, der jede Nacht aufs Neue an ihren Nerven zerrt. Seltsame Geräusche, die vom Dachboden zu vernehmen sind, lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Niemand, nicht einmal der charismatische Dorfpolizist Harris, wollen ihre Ängste ernst nehmen, wiegeln ab und versuchen sie zu beruhigen.

Auf ihren neuen Wohnort angesprochen, reagieren die Bewohner des nahegelegenen Dorfes mit Erschaudern und Sprachlosigkeit. Alexandra ist verzweifelt – was ist in ihrem Haus geschehen und was geht Nacht für Nacht in dem Verschlag auf ihrem Dachboden vor.

Als ihre Freundin Nina nach einem Besuch bei Alexandra scheinbar verschwunden ist und eine weitere Frau ermordet aufgefunden wird, kann sie ihren eigenen Emotionen nicht mehr trauen. Sie hat sich in Harris verliebt – doch was ist seine Rolle in diesem grässlichen Spiel.Als schließlich auch noch das gesamte odernahe Gebiet von Hochwasser bedroht und Alexandras Haus von der Außenwelt abgeschnitten ist, geht der Albtraum weiter – Alexandra ist allein in ihrem Haus – oder doch nicht?

Persönliche Meinung: 4 **** (von 5 möglichen)

Gabriele Gwisdek spielt mit menschlichen Urängsten wie Dunkelheit, Einsamkeit, Ahnungen und Andeutungen.

Der mit einigen Wendungen ausgestattete, spannende Psychothriller ließ mich einige Male meine Haustür und Fenster überprüfen. Die nervenzerreissende Angst war spürbar.

Als am Ende die Axt sich nicht im Kopf des Widersachers, sondern in der Holzwand wiederfand hatte ich Zweifel ob der Nachvollziehbarkeit der Geschichte – geschickt versucht die Autorin, ihre Leser in die Irre zu führen. Das überraschende Ende hat aber alle losen Fäden wieder miteinander verbunden und hat mich überzeugt.

NACHTS KOMMT DIE ANGST ist als Taschenbuch (308 Seiten) bei ATB für Euro erschienen.

1 Kommentar:

  1. Danke für die tolle Rezension! Es freut mich, dass Ihnen das Buch gefallen hat. Nebenwirkungen, wie "Haustür und Fenster überprüfen", lassen hoffentlich bald wieder nach! :))
    Herzlich Gabriela Gwisdek

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.