Montag, 8. April 2013

MÄDCHENGRAB - Rebus ist zurück – endlich!


Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Eigentlich ist John Rebus, ehemals Detective Inspector bei der Polizei in Edinburgh, in Rente. Doch statt untätig zu Hause zu sitzen, geht er nun in der „Cold Case“-Abteilung alten ungelösten Verbrechen nach. 

Als ihn eine Frau um Hilfe bittet, deren Tochter nach einer Silvesterfeier zur Jahrtausendwende nicht mehr aufgetaucht war, sieht es zunächst nach einem hoffnungslosen Fall aus. Bis sich herausstellt, dass im Lauf der Jahre immer wieder junge Mädchen in einem ähnlichen Gebiet verschwanden wie damals Sally Hazlitt. 

Zuletzt erst vor wenigen Tagen. Um weiter zu ermitteln, braucht Rebus die Hilfe seiner ehemaligen Kollegin Siobhan Clarke – und gefährdet durch seine unorthodoxen Methoden prompt ihre Karriere. Und dann bestätigt ein schockierender Fund seine schlimmsten Befürchtungen. (Verlagsinfo)

Scheinbar hatte Ian Rankin seinen neuen Protagonisten Malcolm Fox von der Abteilung für interne Ermittlungen auch satt, diesen aalglatten, moralinsauren Saubermann, der zu keinem Zeitpunkt John Rebus in der Gunst der Leser auch nur annähernd das Wasser reichen konnte. Rebus ist zurück – endlich!

Eigentlich ist Rebus im Ruhestand, aber da die Katze das Mausen nicht sein lassen kann, arbeitet er als ziviler Ermittler in der Sondereinheit für ungelöste Verbrechen. Und da das Rentenalter bei der schottischen Polizei mittlerweile heraufgesetzt wurde, bemüht er sich zwar um Rückkehr in seinen alten Job, aber eigentlich kommt ihm sein jetziger Status ganz zupass, denn als Ziviler muss er sich nicht an Regeln halten, deren Relevanz sich ihm eh nicht erschließt.

Das sehen wir in seinem neuesten Fall, in dem er von einer Mutter um Hilfe gebeten wird, die auf der Suche nach ihrer verschwundenen Tochter ist. Rebus Nachforschungen fördern ähnliche Fälle zutage, und so erwacht der Jagdinstinkt des ehemaligen DI aufs Neue.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Schnell stellt sich beim Lesen/Hören ein vertrautes Gefühl ein: Rebus, noch immer qualmend wie ein Schlot und einem Whisky nie abgeneigt, Siobhan, die zwischen den Stühlen sitzt und Cafferty, der Unterweltboss aus alten Tagen und Rebus‘ Nemesis, mit dem er sich nun mehr oder weniger regelmäßig auf ein Pint trifft und deshalb von Saubermann Fox misstrauisch beäugt wird.

Der Krimi ist in sechs Teile gegliedert, die alle mit einem Zitat aus einem Jackie Leven Song überschrieben sind und den Leser ahnen lassen, was ihn erwarten wird. Und auch der Originaltitel, im Englischen „Standing in another man’s grave“ bezieht sich auf einen Song-Verhörer („Standing in another man’s rain“) des 2011 verstorbenen Musikers und Freund Ian Rankins.

Hochspannend, triefend vor Sarkasmus und mit vielen Reminiszenzen an die englische Rockmusik – meiner Meinung nach der beste Rankin überhaupt, was mit Sicherheit auch an der Übersetzung von Conny Lösch liegt, deren Arbeit an „Kings of Cool“ (Don Winslow) mir noch in bester Erinnerung ist.

Das Hörbuch wird von Gottfried John gesprochen, dessen angenehme Stimme mit hohem Wiederekennungswert bisher leider viel zu selten in Krimi-Hörbüchern und nur in einigen Krimi-Hörspielen zu genießen ist.

MÄDCHENGRAB, gebunden (512 Seiten)  ist bei Manhattan für 19,99 Euro erschienen.

Das Hörbuch MÄDCHENGRAB wurde bei Der HörVerlag in gekürzter Lesung (6 Audio CD mit 474 Minuten) für 19,99 Euro veröffentlicht.

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