Sonntag, 14. April 2013

GLUTOPFER - Solider, temporeicher amerikanischer Serienkiller-Thriller

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Beim Joggen durch die Wildnis entlang stillgelegter Eisenbahnschienen stößt Daniel Davis auf ein abgebranntes Depot. Im Innern eine verkohlte Leiche. Kurze Zeit später brennt es erneut, und wieder kommt ein Mensch bestialisch in den Flammen um. 

Spätesten jetzt wird klar, dass ein Serienkiller am Werk ist. Sind seine Opfer, die er bei lebendigem Leib verbrennt, Teil eines religiösen Rituals? 

Detective Samantha Michaels macht sich mit Religionswissenschaftler Davis auf die Spurensuche. Doch während die beiden fieberhaft ermitteln, treibt der Täter sein perfides Spiel mit ihnen. Ein tödliches Kräftemessen beginnt. (Verlagsinfo)

Daniel Davis ist im Ruhestand und hat sich in die Wälder Nordfloridas zurückgezogen, Dort lebt er einsiedlerisch und abgeschottet von der Welt, ein Leben, in dem er sich nicht mehr mit den Unbillen des täglichen Lebens auseinandersetzen muss. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist sein Freund Ben, mit dem er an dem Morgen unterwegs ist, der sein Leben für immer verändern wird.

Und dann ist da noch Samantha Michaels, eine Agentin der Strafverfolgungsbehörde, die Genesungsurlaub hat und sich bei ihrer Mutter in Marianna, Nordflorida erholen möchte. 

Beide, Davis und Michaels, tragen jede Menge emotionalen Ballast mit sich herum und kämpfen mit den Gespenstern ihrer Vergangenheit. Allerdings bleibt der Autor Michael Lister hier sehr oberflächlich, was nun nicht gerade das Verständnis und die Sympathie des Lesers weckt.

Die beiden Protagonisten haben bereits früher miteinander gearbeitet, als der Religionswissenschaftler Davis in beratender Funktion Michaels bei ihren Ermittlungen unterstützt hat. Und auch diesmal benötigt sie seine Hilfe.

Persönliche Meinung: 3,5 Sterne (von 5 möglichen)

Ein amerikanischer Thriller, in dem ein Serienkiller unterwegs ist, ist nicht wirklich außergewöhnlich. Diesmal also ein Brandstifter, der seine Obsessionen mit Feuer und Flamme auslebt.

Hier drängt sich natürlich sofort der Vergleich mit „Die Sprache des Feuers“ auf, was nicht weiter verwunderlich ist, da Michael Lister ebenfalls mit kommentierenden Einschüben arbeitet. Allerdings sind diese bei weitem nicht so informativ, pointiert und scharfzüngig formuliert wie es nur Don Winslow kann.

Aber Lister hat einen soliden Thriller abgeliefert, der durch sehr viele Perspektivwechsel auch Tempo hat. Allerdings waren mir die Personen zu klischeehaft und eindimensional gezeichnet. 

Denn seien wir mal ehrlich, irgendein traumatisches Erlebnis schleppt doch jede Figur in der eher einfach gestrickten Kriminalliteratur mit sich herum. Von daher also nichts Neues.

GLUTOPFER ist gebunden (365 Seiten) bei Hoffmann und Campe in einer Übersetzung von Barbara Christ für 19,99 Euro erschienen.

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