Dienstag, 9. April 2013

FALSCHER MANN - Kneipen-Krimi mit bayrischer Schlitzohrigkeit

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Über Bayern wölbt sich der Himmel blau-weiß, und in den idyllischen Vororten der Isar-Metropole ist die Welt noch in Ordnung. Von wegen! Im kleinen Ort Leuterding geschieht ein rätselhafter Mord, und plötzlich müssen sich alle an Dinge aus längst vergangener Zeit erinnern. Noch schlimmer aber ist, dass Luginger, der Wirt vom „Hammer-Eck“, sich gezwungen sieht, in die Ermittlungen der eigentlich so netten Kommissarin Weibel einzugreifen.

In Leuterding stürzt eine Brasilianerin vom Dach des Parkhauses, und für die Polizei steht fest, dass Gernot, einer der Stammgäste aus dem „Hammer-Eck“, dabei nachgeholfen hat. Als die Tote sich auch noch als Mann mit Leuterdinger Vergangenheit entpuppt und im Münchner Vorort lauter längst vergessene Dorfg’schichten für helle Aufregung sorgen, wird Luginger von seiner alten Mutter gedrängt, sich um die ganze Angelegenheit zu kümmern. Denn schmutzige Wäsche soll nicht in aller Öffentlichkeit gewaschen werden … (Verlagsinfo)


Angesichts der Besprechung des Kriminalromans „Böser Mann“ von Franz Xaver Roth hatte ich mir gewünscht, dass der Autor weitere Kriminalromane verfassen solle, denn das Buch hatte mich restlos überzeugt. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. „Falscher Mann“ ist nunmehr erschienen und hat mich erneut völlig überzeugt!

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen) 

Die Wirtshaus-Clique aus dem „Hammer-Eck“ in Leuterding, angeführt vom Wirt Franz Luginger, ist erneut bemüht, einen Mordfall aufzuklären und den deswegen beschuldigten Freund und Stammgast Gernot zu exkulpieren. 

Lugingers Mutter Anna und ihre Vertrauten helfen, denn Ruhe und Ordnung müssen wiederhergestellt werden und unschöne Dinge aus der Vergangenheit sollen nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten werden. 

Das fällt nicht leicht, denn der Tote ist ausgerechnet der vor Jahrzehnten nach Brasilien ausgewanderte Bruder von Gernot, der dort als Olivia lebte und als Prostituierte arbeitete. Dieser Mensch hieß früher Tony und war aufgrund seiner nicht geklärten Geschlechtszugehörigkeit ein einsames und gequältes Wesen. 

Allen Widrigkeiten zum Trotz haben die Spezis in ihrer unnachahmlichen Art Erfolg. 

Gute Freundschaft, nachbarschaftliche Unterstützung, genaue Ortskenntnis und bayrische Schlitzohrigkeit und Hartnäckigkeit prägen das Geschehen. Der originäre Sprachgebrauch tut ein Übriges für den Unterhaltungswert des Buches, das auch noch spannend geschrieben ist. 

5 Sterne von 5 möglichen ist mir dies wert! Ich freue mich auf weitere Abenteuer der Leute aus Leuterding...

FALSCHER MANN ist broschiert (288 Seiten) im Albrecht Knaus Verlag für 14,99 Euro erschienen

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