Samstag, 20. April 2013

DAS ERBE VON TANSTON HALL - Leider nicht überzeugend

Krimi-Rezension von Nora 

Vor drei Jahren verschwand Kates Bruder spurlos. Gerade als sie glaubt, mit dem Verlust leben zu können, erhält sie einen anonymen Anruf. Ihr Bruder soll in einem kleinen Dorf in Cornwall gesehen worden sein und in großen Schwierigkeiten stecken. 

Kate bricht sofort auf doch im idyllischen Cawsand erwarten sie perfide Intrigen und ein tödliches Familiengeheimnis. (Verlagsinfo)

Anja Marschalls Roman „Das Erbe von Tanston Hall“ hat mich leider gar nicht überzeugen können. Einzig die Idee zur Geschichte um das Verschwinden des Bruders und die involvierten Bewohner von Tanston Hall hat mir gut gefallen. Was die Autorin daraus gemacht hat, ist leider nicht der Mühe des Lesens wert.

Die Protagonistin Kate freundet sich mit der in Cawsand lebenden Luna an, ein Hippiemädchen mit Punkallüren; gemeinsam wollen sie das Verschwinden von Kates Bruder klären. 

Das gestaltet sich naturgemäß eher hilflos und erzeugte bei mir auch nicht den Eindruck, dass es spannend sein soll. 

Protagonistin Kate interessiert sich - in dieser (eigentlich) von Schuldgefühlen getragenen Situation -  mal für den einen Schönling, dann für einen anderen interessanten Mann des Dorfes und wirkt dadurch wie eine von Hormonen gesteuerte Frau; klischeehaft und platt, so dass auch der Charakter nicht ausgereift wirkt. 

Anja Marschall bedient sich zudem unrealistischer Situationen und Beziehungen. So wird Kate auf einer Militärbasis Hilfe zuteil, die so wohl kaum erfolgen könnte. In einer anderen Situation können sie und Luna sich mittels eines Pumpsabsatzes aus einem verschlossenen Kellerraum befreien. 

Die Krönung bekommt der Leser dann am Schluss serviert: der Roman endet in einer kitschigen Posse, wie sie absurder nicht daherkommen könnte. 

Das Lektorat und das Korrektorat hätte die Autorin sich aufgrund der Vielzahl von Fehlern ebenfalls sparen können. Falsche Worttrennungen, Zeichensetzungsfehler und Rechtschreibfehler ziehen sich durch den Text des Buches und verärgern Leser wie mich, die auf so etwas achten.

DAS ERBE VON TANSTON HALL ist broschiert (282 Seiten) im Goldfinch Verlag für 12,95 Euro erschienen.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für die Rezension, natürlich tut es uns leid, dass Ihnen die Charaktere nicht gefallen haben.

    Die Szenen sind allerdings alle sorgfältig recherchiert. sowohl die Auskunft beim Militär als auch die Szene mit den Pumps sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern genauso möglich.

    Zur Rechtschreibung weisen wir darauf hin, dass wir die neue Rechtschreibung und demzufolge auch die neue Worttrennung nutzen. Sollten Ihnen trotzdem Fehler untergekommen sein, wären wir über eine kurze Nachricht an info@goldfinchbooks.de sehr dankbar.

    Beste Grüße aus Frankfurt
    Ihr Team des Goldfinch Verlags

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  2. Liebes Goldfinch-Team,
    wir sind davon ausgegangen, dass ein moderner Verlag wie der Ihre die seit immerhin 7 Jahren "neue" und nicht die alte Rechtschreibung nutzt.

    Wir sind aber gerne behilflich und senden Ihnen mal ein paar Muster der beanstandeten Texte per Mail zu.

    Gerade weil es nicht zum Standard des Goldfinch Verlages gehört, den wir im übrigen sehr schätzen, waren wir so überrascht.

    Beste Grüße von Köln nach Frankfurt
    Petra Weber
    fürs KK-Team

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