Montag, 8. April 2013

BLINDE VÖGEL - Gute Idee mit konstruiertem, unglaubwürdigem Ende

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

Zwei Tote in Salzburg. sie stranguliert, er erschossen. Die Tat eines zurückgewiesenen Liebhabers? Aber die beiden scheinen zu Lebzeiten keinerlei Kontakt miteinander gehabt zu haben. Oder täuscht der erste Blick? 

Das Salzburger Ermitlungsduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ist ratlos. Aber Beatrice mag die Sache nicht auf sich beruhen lassen und verfolgt die Spuren, die die Toten im Internet hinterlassen haben. Auf Facebook wird sie fündig. Beide waren dort Mitglieder in einem Forum, das sich ausgerechnet mit Lyrik befasst. Gedichte werden hier mit stimmungsvollen Fotos kombiniert und gepostet. Ganz harmlos. 

Ganz harmlos? Bald ahnt Beatrice, dass die Gedichte Botschaften enthalten, die nur wenige Teilnehmer verstehen. Düstere Botschaften in denen es um Angst und Tod geht .und dann stirbt noch eine der Lyrik-Liebhaberinnen .... (Verlagsinfo)

Persönliche Meinung: 
3 *** (von 5 möglichen)

Eine männliche und eine weibliche Leiche werden am Campingplatz in Salzburg gefunden. Es scheint, als ob der männliche Tote die Frau umgebracht und sich dann selbst erschossen hätte. 

Der Fall scheint abgeschlossen zu sein. Doch die beiden Toten scheinen keinerlei Kontakt miteinander gehabt zu haben. Der Fall ist reichlich mysteriös. 

Bea recherchiert im Internet und stößt auf eine Lyrik-Gruppe auf Facebook, bei der beide Mitglieder waren. Die Gruppe hat sehr viele Mitglieder, die ihre Lieblingsgedichte posten, andere Mitglieder kommentieren diese. Teilweise werden düstere Gedichte mit Fotos gepostet und Bea rätselt über die Bedeutung dieser Postings. 

Dann bekommt sie einen Anruf von einem Mann, der sie gerne treffen und ihr etwas über die Toten erzählen möchte. Doch zu einem Treffen kommt es nicht, denn der Mann stirbt vorher. Da er Kontakt mit dem Drogenmilieu hatte, wird der Mörder in diesem Milieu vermutet. 

Das aus "Fünf" bereits bekannte Ermittlerteam Beatrice Kaspary und Florin Weininger haben hier schwierige Ermittlungsarbeit zu leisten. Beatrice verlässt sich bei den Ermittlungen auf ihre Intuition und meldet sich in der Lyrik-Gruppe als Tina Herbert an.

Florin ist in diesem Fall sehr mit sich selbst beschäftigt. Was genau sein Problem ist, kann man leider nur erahnen. Beatrice scheint mehr in Florin zu sehen, als nur einen Kollegen und Freund. Allerdings machen beide keinerlei Anstalten, miteinander zu reden. Haben mir die beiden in "Fünf" noch sehr gut gefallen, bleiben sie in diesem Buch konturenlos. 

Die Lyrik-Facebook-Gruppe gibt ein gutes Bild einer Facebook-Gruppe und der Gruppendynamik in sozialen Netzwerken wieder. Die einzelnen Charaktere der Gruppe, wie z. B. die Gruppenleiterin Helen Crontaler und einige andere Mitglieder z. b. Ren Ate,Phil Anthrop oder Nikola DVD, sind sehr gut getroffen. 

Keine Frage, die Autorin schafft es, einen spannenden, fesselnden Krimi zu kreieren. Doch die Auflösung wirkt diesmal zu unglaubwürdig und konstruiert.

3/5 Sterne für diesen Krimi, in dem es um Lyrik, Vergangenheitsbewältigung und um eine FB-Gruppe geht. 

BLINDE VÖGEL ist broschiert (480 Seiten) bei Wunderlich für 16,95 Euro erschienen.

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