Donnerstag, 25. April 2013

BIS ES DUNKEL WIRD - Unsympathische, kaputte Protagonisten

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Nach seinem letzten Fall muss John Craine eine Weile aus der Stadt verschwinden. Er nutzt die Gelegenheit, nach Hale Island zu fahren, wo er als Kind oft mit seinen Eltern die Wochenenden verbracht hat. Jetzt ist das große Hotel Victoria Hall halb verfallen. Doch John geht es ohnehin nicht um Badeurlaub. 

Als sein Vater sich vor neunzehn Jahren umbrachte, hatte er ein Verhältnis mit einer jungen Frau, Serina Mayo, die jetzt mit ihrer neunzehnjährigen Tochter Robyn in der Nähe von Hale Island lebt. John findet heraus, dass Robyn ein Junkie ist und sich mit ein paar sehr zwielichtigen Gestalten eingelassen hat. Dann entdeckt John in einem alten Bunker am Strand eine Tote. Als er die Polizei zum Bunker führt, ist die Leiche jedoch verschwunden. (Verlagsinfo)

Kevin Brooks hat mit einem Thriller für Jugendliche „Martyn Pig“ debütiert und ist Preisträger verschiedener Jugendliteraturpreise. Aber erst 2011 veröffentlicht er mit „Schlafende Geister“ sein erstes Buch für Erwachsene, dessen Hauptfigur John Craine ist. „Bis es dunkel wird“ ist nun der zweite Teil dieser Reihe.

Craine arbeitet als Privatdetektiv und hat massive Probleme, den gewaltsamen Tod seiner schwangeren Frau vor annähernd zwanzig Jahren zu verwinden. 

Die Tage und Nächte erträgt er nur, wenn er sich mit Whisky abfüllt und diverse Pillen schluckt. Per Zufall erfährt er, dass er eine Halbschwester in Hale, dem Ferienort seiner Kindheit hat und beschließt diese zu suchen. Es stellt sich heraus, dass auch sie drogenabhängig ist, und Craine tappt bei seinem Besuch des ehemaligen Seebads nicht nur mitten in einen Mordfall hinein, sondern kreuzt auch die Pfade höchst gefährlicher Zeitgenossen, deren Kreise er im Zuge seiner Ermittlungen stört.

Im Laufe der Geschichte wird immer wieder Bezug auf den Vorgängerband genommen. Aber da im Zentrum der Handlung eindeutig nicht der Fall, sondern die Person des Protagonisten steht, scheint es mir nicht unbedingt notwendig diesen zum besseren Verständnis gelesen zu haben, denn der Autor konzentriert sich meiner Meinung nach viel zu sehr auf dessen persönliche Probleme und vernachlässigt darüber seinen Plot.

Und mir war Craine eindeutig zu kaputt und zu unsympathisch, als dass ich mehr über sein Schicksal erfahren möchte.

BIS ES DUNKEL WIRD ist als Taschenbuch (400 Seiten) bei dtv in einer Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn für 9,95 Euro erschienen.

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