Montag, 25. März 2013

OSTFRIESENMOOR - Viel Ostfriesland, wenig Krimi

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Den Anblick dieser Leiche würde Ann Kathrin Klaasen nie vergessen: „Der Täter hat mit Hilfe eines Metalldrahtes den Körper eines toten Mädchens nachgeformt und darüber die Haut gespannt. Wie bei einem Fliegengitter, nur viel stabiler … und beweglich.“ 

So stand es im Obduktionsbericht. Dann hat er sein Werk im Moor versenkt. Wer tut so etwas? Und vor allem: Wer kann so etwas? 

Ann Kathrin Klaasen ist sprachlos, als sie das ganze Ausmaß erkennt, mit dem der Täter hier zu Werke ging. Während das Team in Aurich ersten Hinweisen nachgeht, wird in Norddeich ein Kind vor der Apotheke entführt. Und bald darauf verschwindet ein zweites Kind. (Verlagsinfo)

Die Ostfriesland-Krimis von Klaus-Peter Wolf haben in meinem Freundeskreis mittlerweile Kult-Status und mit „Ostfriesenmoor“ liegt nun bereits der siebte Band der Reihe um Ann Kathrin Klaasen und ihr Team vor. Grund genug für mich, seinen neuen Krimi zu lesen.

Klaus-Peter Wolf, geboren in Gelsenkirchen, lebt in Ostfriesland. Und dass er sich in seiner neuen Heimat wohlfühlt, merkt man seinen Landschaftsbeschreibungen auch an, die so auch aus den Werbebroschüren der Fremdenverkehrszentrale stammen könnten. Das ist aber auch schon das einzig Positive, was ich zu diesem Krimi sagen kann.

Das Buch ist ein typischer Regio-Krimi, mit viel Lokalkolorit und sehr umfangreich. Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass die Geschichte recht „dünn“ und konstruiert ist, angereichert mit viel zu vielen Banalitäten, die nichts, aber auch gar nichts zum Handlungsverlauf beizutragen haben. Aber die Seiten füllen sie allemal – mich haben sie allerdings nur zum Überlesen animiert.

Ann Kathrin Klaasen ist die patente Protagonistin, die sowohl Beruf als AUCH Privatleben voll im Griff hat, alle anstehenden Probleme souverän und in Lichtgeschwindigkeit zur vollsten Zufriedenheit aller beteiligten löst. Ihr Team – nun ja, das sind eher schlichte Gemüter, die sie immer wieder anschieben muss, damit Aufgaben erledigt und Resultate erzielt werden.

Nein, mit diesem Kriminalroman konnte ich mich nicht anfreunden. Mir gefiel das Sprachniveau nicht und die Krimihandlung fand ich zu durchsichtig und uninspiriert.

OSTFRIESENMOOR ist als Taschenbuch (512 Seiten) im Fischer Verlag für 9,99 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.