Montag, 11. März 2013

HERZBLUT (Hörbuch) - Kluftinger als clowneske Witzfigur

Autoren: Klüpfel & Kobr
Verlag: Osterwold
Auflage: März 2013
Sprecher:
Klüpfel & Kobr
sowie Christian Baumann
10 Audio CD mit 648 Min.
gekürzte Lesung
Preis: 29,99

Krimirezension:Dani Nimz

Kluftinger ist sich sicher: Bei einem anonymen Handyanruf, der ihn ausgerechnet während einer der gefürchteten Pressekonferenzen seines Chefs erreicht, wird er Zeuge eines Mordes. „Alpträume von zu viel Schweinsbraten“, tun seine Kollegen diesen Verdacht ab. Kluftinger ermittelt auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede Menge Blut, aber keine Leiche. 

Da überschlagen sich die Ereignisse: Mehrere brutale Mordfälle, anscheinend ohne Zusammenhang, erschüttern das Allgäu. Als dann doch noch der Großteil des abgängigen Toten auftaucht und Kluftinger endlich herausfindet, was all die Verbrechen verbindet, ist es fast schon zu spät ... Dabei steht er auch privat unter Druck: Seit Tagen leidet er unter heftigem Herzstechen und befürchtet sofort das Schlimmste. 

Eine demütigende Untersuchung bei Erzfeind Doktor Langhammer scheint das zu bestätigen. Doch der Kommissar ist entschlossen, das Ruder noch einmal herumzureißen. Aber ob fleisch- und kässpatzenarme Ernährung und ein Yogakurs da die richtigen Mittel sind? (Verlagsinfo)

Ach Klufti. Was tun sie dir nur an? Demontiert bis zum Slapstick, zur Witzfigur degradiert, zum dummen August reduziert. Schade. 

Waren die Unzuläglichkeiten Kluftingers im letzten Band noch charmant und irgendwie glaubwürdig, verkommt mein Liebslingsallgäuer hier zum puren Deppen. Das ist wirklich traurig. 

Dass ein Beamter seines Kalibers und in seiner Position nicht wissen soll, dass RIFLE kein schwäbischer Nachname, sondern das englische Wort für Gewehr ist, zumal es noch an einer Kirmes-Schießbude steht, hat mir den Rest gegeben.

Auch zuvor gab es schon allerhand Ungeheuerlichkeiten. Das Thema Kluftinger und Technik ist ausgereizt. Dass er nicht wissen soll, dass ein Skype-Konto nichts mit Internetbanking zu tun hat, da lächelt man noch drüber, er ist halt einer der letzten Analogen in einer digitalen Welt.

Seine mangelnden Englischkenntnisse sind auch le – wait for it! -gendary aber es wird so unfassbar übertrieben in diesem Band, das ist nicht mehr lustig, das tut schon weh. 

Einzig der Krimi-Teil hielt mich bei Laune und es gab zugegebenermaßen auch ein paar Situationen aus seinem Umfeld, die haben mich zum Lachen gebracht.

Dass die alte Frau Kluftinger immer noch glaubt, ihr Sohn verhungere bei Erika, ist zum Brüllen komisch. Und auch die Vorstellung von Kluftinger beim Yoga war äußerst gelungen. Daher vergebe ich 

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen) 

Zur Umsetzung des Hörbuches möchte ich anmerken, dass ich das letzte schon gehört und für außerordentlich gut befunden hatte. Dieses Mal haben wir eine Mischung aus Hörbuch und Hörspiel vorliegen.

Es ist ein Erzähler zwischengeschaltet, die Dialoge sprechen die Autoren selbst. Da fehlte mir so ein wenig der Pfiff.

Der Erzähler, Christian Baumann, hat eine sehr angenehme Stimme und hätte er das Buch allein gelesen, wäre das bestimmt sehr gut geworden. Hier jedoch haben wir auf der einen Seite den dialektlosen Erzähler und dann die allgäuerisch gefärbten – auch für Nordlichter verständlichen – Dialoge. (Euer Sächsisch ist nebenbei bemerkt grauenhaft, lasst das bloß sein!)

Man hätte sich entweder für das eine oder das andere entscheiden sollen, so wird der Hörer immer wieder aus der Umgebung herausgerissen. Meine Präferenz läge dabei eindeutig auf dem dialektgefärbten Vorlesen. Ohne das wirkt Kluftinger einfach nicht.

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