Montag, 4. März 2013

DIE SCHÖNE PIHILIPPINE WELSERIN - Ein ungewöhnliches historisches Frauenschicksal

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Die Bürgerstochter und der Kaisersohn eine verbotene Liebe, die im 16. Jahrhundert alle Standesgrenzen sprengt und am Hof der Habsburger Skandal über Skandal heraufbeschwört. 

Philippine Welser und Ferdinand II. verlieben sich, heiraten heimlich und bekommen vier Kinder. Doch je stärker ihre Verbindung wird, desto größer werden auch die Widerstände. Schließlich erkrankt Philippine an einem unheilbaren Leiden. Man munkelt, sie sei vergiftet worden. (Verlagsinfo)

Auch wenn die Inhaltsangabe auf den ersten Blick den Eindruck erweckt – Brigitte Riebe gehört als promovierte Historikerin glücklicherweise nicht zu den Autorinnen historischer Romane, die dieses Genre gerne als Alibi dafür benutzen, eine schnulzige Liebesgeschichte auf Groschenroman-Niveau an den Leser zu bringen. 

Vielmehr beweist sie auch mit dieser Neuerscheinung einmal mehr, dass ein ungewöhnliches Frauenschicksal im historischen Kontext ihr Interesse geweckt hat und Grundlage für diesen sehr gut recherchierten Roman ist.

Das Leben der Welserin ist keine Cinderella-Story, auch wenn die Ausgangssituation dies vermuten lässt: ein einfaches Mädchen aus dem Volke verliebt sich in den Sohn des Kaisers, sie heiraten und bekommen Kinder. 

Aber das Leben im 16. Jahrhundert ist geprägt von Standesdünkeln und Vorurteilen, die das Bürgermädchen zu spüren bekommt. Ihre Ehe muss verheimlicht werden, ihre Kinder sind nicht legitim sondern Bastarde, und obwohl die Liebe von Philippine und Ferdinand über alle Zweifel erhaben ist, sehen sich die Eheleute immer wieder Anfeindungen aus dem adligen Umfeld ausgesetzt, dem es lieber gewesen wäre, wenn Ferdinand im Zuge der Staatsräson eine Frau von Stand geheiratet hätte.

Doch Philippine zweifelt nicht und lässt sich nicht entmutigen, hat nicht nur das Wohlergehen ihrer eigenen Familie im Blick, sondern kümmert sich auch noch um die gesundheitliche Versorgung der ärmeren Untertanen, denn ihre Mutter Anna hat ihr die Grundlagen der Kräutermedizin beigebracht.

Aber da ist auch noch die mysteriöse Krankheit, die sie befallen hat, die ihr zunehmend die Kraft raubt und sich jeder Behandlung wiedersetzt.

Persönliche Meinung: 5 ***** (von 5 möglichen)
als historischer Roman 

Als Leser sind wir immer ganz nah am Geschehen und an den Gefühlen der Hauptfigur, denn die Schilderung der Ereignisse aus der Sicht der Welserin wechselt sich mit den Einträgen aus deren fiktivem Tagebuch ab. 

Untergliedert ist der Roman deshalb in einzelne Kapitel, denen jeweils die Abbildung einer Heilpflanze und deren Wirkungsweise in der Kräutermedizin vorangestellt wird.

Ein liebevoll gestalteter historischer Roman, der sein Augenmerk allerdings nicht auf die Krimihandlung sondern auf das Schicksal dieser außergewöhnlichen Frau legt.

DIE SCHÖNE PHILIPPINE WELSERIN ist broschiert (336 Seiten) bei Gmeiner für 14,95 Euro erschienen.

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