Mittwoch, 27. März 2013

DIE DUNKLE TREPPE - Hart & heftig, aber auch unglaublich spannend!

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Kurz bevor die achtzehnjährige Australierin Bronny das Ergebnis eines Bluttests erfährt, der ihr sagt, ob sie leben oder sterben wird, flieht sie nach Europa und landet in einem besetzten Haus in London. Zusammen mit ihren neuen Freunden holt sie dort nach, was sie bisher verpasst hat: Partys, Drogen, Alkohol und Jungs. 

Doch hin und wieder hört Bronny seltsame Geräusche, die aus dem Keller zu kommen schienen. Ihre Mitbewohner halten sie für verrückt und glauben ihr nicht, zumal sich kein Eingang zu einem Keller finden lässt. Schließlich hält sie die Geräusche selbst für Nebenwirkungen ihrer Exzesse. Doch das sind sie nicht. (Verlagsinfo)

Die Autorin Helen FitzGerald und die Hauptfigur ihres neuen Thrillers "Die dunkle Treppe" haben etwas gemeinsam: sie stammen beide aus Australien, wobei FitzGeralds Wahlheimat nun Schottland ist, während es ihre Protagonistin Bronny nach London verschlagen hat. 

Offenbar ist diese Stadt ein Anziehungspunkt für junge Australier, die noch nicht genau wissen, wo die Reise Ihres Lebens hingehen soll. So auch in dieser Geschichte: Bronny läuft davon, will das Ergebnis der Untersuchung nicht wissen und setzt sich nach England ab. 

Sie findet schnell neue Freunde, Aussies wie sie und ebenso orientierungslos, die aus den verschiedensten Gründen ihren Heimatkontinent verlassen haben. So lebt sie nun in den Tag hinein, trinkt mehr als sie vertragen kann und experimentiert nicht nur mit den unterschiedlichsten Drogen, sondern auch mit verschiedenartigen Beziehungen.

Dieses Leben ist „love and peace and hapiness", und die Autorin erzählt locker, leicht und hell vom Leben der Expats zwischen Hausbesetzung, Gelegenheitsjobs und Dauerpartys. 

Aber Helen FitzGerald wäre nicht die, die wir kennen, wenn sie nicht noch mindestens eine Geschichte im Ärmel hätte. Diese beginnt, dunkel wie die Nacht und rabenschwarz, als Bronny sich anschickt das Rätsel der seltsamen Geräusche zu lösen. Und dann wird es hart und heftig, aber auch unglaublich spannend!

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

FitzGerald erzählt sehr rasant, wechselt die Perspektiven, schlägt einen Haken nach dem anderen, und dieses Gefühl einer Achterbahnfahrt überträgt sich auch auf den Leser. 

Auch wenn ihre Schilderungen mitunter etwas drastisch sind und schockieren - ich zumindest habe mit teilweise angehaltenem Atem Seite für Seite in einem Rutsch gelesen.

DIE DUNKLE TREPPE ist als Taschenbuch (240 Seiten) im Verlag Galiani in einer Übersetzung von Steffen Jakobs für 16,99 Euro erschienen.

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