Donnerstag, 14. März 2013

BREED - Horror auf ganzer Ebene

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Eigentlich führen Alex und Leslie ein schönes Leben: tolle Jobs, ein großes Haus an der Upper East Side von Manhattan, eine glückliche Ehe. Aber Alex wünscht sich nichts mehr als ein Kind. Die Suche nach neuen Behandlungsmethoden wird für ihn immer mehr zur Obsession, und er ist überglücklich, als Leslie schließlich schwanger ist, trotz der Veränderungen, die auch er nach der schmerzhaften Behandlung spürt und die er zu ignorieren versucht. 

Zehn Jahre später führen die Zwillinge Alice und Adam ein seltsames Doppelleben: Ihre Eltern lieben sie über alles, sperren sie aber jede Nacht in ihre Zimmer ein. Aus dem Keller dringen furchtbare Geräusche. Verzweifelt versuchen die beiden Kinder herauszufinden, wer ihre Eltern sind. Aber die Wahrheit hat einen hohen Preis. (Verlagsinfo)

Chase Novak ist das Pseudonym des amerikanischen Autors Scott Spencer, der mit zwei seiner Romane (Endless love, A ship made of paper) bereits für den National Book Award nominiert war. Nun hat er mit "Breed" einen Ausflug in das Horror-Genre unternommen.

Novak beschreibt distanziert die Veränderungen eines amerikanischen Ehepaares, das sich sehnlichst ein Kind wünscht und sich deshalb mit dem Teufel in Gestalt des slowenischen Arztes Dr. Kis einlässt. Slowenien, warum nicht gleich Transsylvanien? 

Und so verzweifelt kann doch nun ein wohlhabendes amerikanisches Ehepaar wirklich nicht sein, dass sie sich in einer Praxis behandeln lassen, über deren Methoden sie nicht Bescheid wissen und deren Hygienestandard dermaßen unterirdisch ist, dass jeder normale Mensch sofort die Flucht ergreifen würde.

Und so geht es gerade weiter. Ein Horror-Thriller kann und will nicht realistisch sein, die Leser sollen sich gruseln - aber ich habe mich bei der Lektüre permanent gefragt, was einen ernsthaften Autor wie Scott Spencer wohl dazu bewegt haben mag, diese abstruse Geschichte abzuliefern, in der sich Mum und Dad allmählich zu Monstern entwickeln und die Kinder aus Angst davor, von diesen verspeist zu werden, die Flucht ergreifen.

Die Nackenhaare haben sich mir durchaus aufgestellt - aber nicht, weil ich die Handlung so grausig sondern so hanebüchen fand! Und nun hat dieser Autor auch noch eine Fortsetzung angedroht: auf „Breed“ (Die Zucht) soll „Brood“ (Die Brut) folgen. Aber dieses Buch werde ich mir definitiv ersparen!

BREED ist gebunden (352 Seiten) bei Hoffmann & Campe in einer Übersetzung von Bernd Kleinschmidt für 19,99 Euro erschienen.

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