Dienstag, 12. Februar 2013

DAS WASHINGTON-DEKRET - Spannend, wenn auch etwas blauäugig


Krimi-Rezension Elke Heid-Paulus

Durch den kaltblütigen Mord an seiner Ehefrau und dem ungeborenen Kind gerät der neu gewählte amerikanische Präsident Bruce Jansen völlig aus dem Gleichgewicht. Er erlässt das "Washington-Dekret" – eine politische Entscheidung, die schwerwiegende Folgen nach sich zieht für die gesamte Bevölkerung. 

Doggie Rogers, Mitarbeiterin im Stab des Präsidenten, steht nach dem Attentat unter Schock – nicht zuletzt, weil ihr eigener Vater nun des Mordes angeklagt wird. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Doggie zur meistgesuchten Frau der USA. Mit Hilfe von Freunden versucht sie das Komplott aufzudecken. Alles ruht nun auf ihren Schultern. (Verlagsinfo)

"Das Washington-Dekret" gehört nicht zu der Reihe um das Sonderdezernat Q, sondern ist ein eigenständiger Thriller der bereits 2006 erstmals veröffentlicht wurde – geschrieben von Adler-Olsen offenbar unter dem Eindruck der innenpolitischen Veränderungen in den USA nach den Anschlägen von 9/11.

Ich muss vorausschicken, dass ich kein großer Fan der Q-Reihe bin und deshalb mit einer gehörigen Portion Skepsis die CDs in den Player gelegt habe. Adler-Olsen braucht nicht lange, bis er seine Hauptfiguren eingeführt und das Handlungsgerüst skizziert hat.

Spürbar zu nimmt die Spannung nach dem Attentat auf die hochschwangere Präsidentengattin und dem Erlass des Washington-Dekrets durch den Präsidenten, das zum einen die Bürgerrechte massiv einschränkt und zum anderen die unterschiedlichsten Regierungsorganisationen mit enormen Machtbefugnissen ausstattet.

Und Widerstand dagegen wird gnadenlos niedergeschlagen, die USA verwandeln sich allmählich in eine Diktatur. Einzig Doggie Rogers, die bestrebt ist, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, schart eine kleine Gruppe kritischer Verbündeter und Helfer um sich und nimmt den Kampf gegen die staatlichen Institutionen auf.

Was passiert, wenn eine Demokratie sich langsam aber sicher in eine Diktatur verwandelt? Welche konkreten Interessen stehen dahinter? Und wie reagiert die Bevölkerung? Lassen die Menschen dies einfach geschehen oder wehren sie sich dagegen?

Diese Fragen versucht Adler-Olsen zu beantworten – zugegeben, manchmal recht blauäugig. Und natürlich wird am Ende alles gut. Hier hätte ich mir etwas mehr Realitätssinn gewünscht.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Aber dennoch ist dieser Thriller meiner Meinung nach gelungen und auch spannend geschrieben. Und die Idee dazu sowie die literarische Umsetzung hätte durchaus auch aus der Feder eines David Baldacci stammen können.

Sehr angenehm empfand ich den Sprecher des Hörbuchs, Wolfram Koch, der sehr zurückhaltend und nicht effekthascherisch liest und nicht sich und seinen Vortrag, sondern die Geschichte jederzeit im Vordergrund belässt.

DAS WASHINGTON DEKRET ist gebunden (656 Seiten) bei dtv in einer Übersetzung von Hannes Thiess und  Marieke Heimburger für 19,90 Euro erschienen.

DAS WASCHINGTON DEKRET Hörbuch ist bei DAV auf 8 Audio CD mit 677 Minuten für 19,99 Euro erschienen.

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