Samstag, 9. Februar 2013

DAS GEBOT DER RACHE - Wie weit gehen Eltern, um das eigene Kind zu beschützen...

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Donald Miller führt ein Leben, von dem man nur träumen kann. Mit seiner wohlhabenden Frau Sammy und seinem kleinen Sohn Walt bewohnt er ein luxuriöses Anwesen in der kanadischen Provinz. Donald kennt keine Geldsorgen, er liebt seine Familie, er ist umgeben von netten Leuten. 

Doch mit einem Schlag zerbricht diese heile Welt. Als er seinen abgeschlachteten Hund findet, ahnt Donald, dass etwas in sein Leben getreten ist, das ihn für immer zeichnen wird. Seine bösen Vorahnungen werden schnell zur bitteren Wahrheit. (Verlagsinfo)

Bereits der Klappentext lässt vermuten, dass es sich hier um einen der üblichen Thriller handelt. Und wenn man die früheren Bücher von John Niven gelesen hat („Coma“ oder „Kill your friends“), erwartet man eine spannende Handlung plus Dialoge, die mit Ironie gespickt sind. Weit gefehlt!

Aber der Leser wähnt sich lange Zeit in diesen Erwartungen bestärkt und auf bekanntem Thriller-Terrain, wenn die Hauptfigur Donald aus der Ich-Perspektive aus glücklichen Tagen erzählt, als das Leben noch in Ordnung war. 

Aber ganz allmählich schleicht sich ein unbehagliches Gefühl ein, als er von den Geschehnissen in den Wäldern Kanadas erzählt.

Die diversen Rückblenden in die Jugendjahre des Protagonisten verstärken dies, und der Leser ahnt schon, dass damals etwas Schreckliches passiert sein muss, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart hineinreichen.

Ab der Mitte des Buches zieht dann auch das Erzähltempo merklich an, die Spannung nimmt stetig zu, so dass man förmlich durch die Seiten hetzt, um endlich herauszufinden, wie die beiden Erzählstränge aus Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen und wann sie schließlich wie aufeinander treffen. Spätestens dann wird es unmöglich, den Thriller zur Seite zu legen.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Ich bin gewiss nicht zimperlich und kann einiges vertragen, möchte hier aber doch eine Warnung an sensible Leserinnen und Leser aussprechen: „Das Gebot der Rache“ ist brutal, blutig, verstörend und geht an die Substanz – vor allem, wenn man selbst Kinder hat. 

Denn das zentrale Thema ist die Frage danach, wie weit Eltern gehen würden, um das eigene Kind zu beschützen. Und was passiert, wenn dies nicht gelingt und die Eltern versagen? Trauern sie, resignieren sie oder nehmen sie Rache?

Einmal mehr Hochspannung aus der Feder eines schottischen Autors!

DAS GEBOT DER RACHE ist gebunden (304 Seiten) bei Heyne in einer Übersetzung von Stephan Glietsch für 19,99 Euro erschienen.

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